Ergebnisse der Weihnachtsauktion (III): Silber, Schmuck, Porzellan und Glas
Auch in weiteren Kategorien konnte die 39. Kunstauktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen hochrangige Ergebnisse aufweisen, die zum Teil auf die große künstlerische und handwerkliche Qualität der versteigerten Objekte zurückzuführen war, zum Teil darüber hinaus aber auch auf deren Provenienz. Das oben abgebildete, um 1900 entstandene Münzcollier beispielsweise stammt aus dem Besitz einer der schillerndsten Frauenpersönlichkeiten ihrer Zeit, der Prinzessin Agnes zu Salm-Salm (1840 Vermont – 1912 Karlsruhe). 1862 heiratete die unkonventionelle Amerikanerin, die zuvor unter anderem als Zirkusreiterin in Kuba aufgetreten war, heimlich Felix Prinz zu Salm-Salm und folgte ihm zunächst auf die Schlachtfelder des Amerikanischen Bürgerkriegs, später nach Mexiko, wo ihr Mann als Adjutant des Mexikanischen Kaisers Maximilian von Habsburg fungierte, und schließlich nach Deutschland in den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Auch nachdem ihr Mann 1870 in der Schlacht von Gravelotte fiel, behielt Agnes zu Salm-Salm ihr emanzipiertes Leben bis zu ihrem Tod 1912 bei. Das Collier aus ihrem Besitz mit einer großen mexikanischen Silbermünze sowie 13 Goldmünzen u.a. aus Spanien, Polen, Preussen und den USA, angesetzt mit 800 Euro, wurde schließlich für 3.300 Euro* zugeschlagen.
Auch das Top-Objekt beim Schmuck war bei der Weihnachts-Auktion ein Stück mit Geschichte: Eine Moretto-Brosche der Gioielleria Nardi, Venedig: Seit den späten 20-er Jahren stellt die Juweliersfamilie diese dem Shakespeare-Drama “Othello” entlehnten Moretti her, die in keiner Schmuckschatulle berühmter oder gekrönter Frauen des 20. Jahrhunderts fehlen durfte. Der bei SCHEUBLEIN versteigerte Moretti mit Granaten, Korallenperlen und Zuchtperlen kam für 5.300 Euro* unter den Hammer.
Toplose beim Silber
Zwischen den beiden Objekten dieser Kategorie, die bei der Weihnachtsauktion den besten Preis erzielten, liegt in punkto Entstehungszeit nicht einmal ein Vierteljahrhunert. Trotzdem könnte der stilistische Unterschied zwischen ihnen kaum größer sein:
Ein wohl Ende des 19. Jahrhunderts im Barockstil gefertigter Großer Deckelhumpen mit getriebenem, ziseliertem und punziertem Dekor, angesetzt auf 1.500 Euro, kletterte bis auf 10.710 Euro*.
Ein vom Münchner Architekten Richard Riemerschmid in den Jahren 1911 / 12 entworfenes und für Carl Weishaupt ausgeführtes Besteck dagegen ist ganz dem Geschmack einer reduzierten Spielart des Jugendstil verpflichtet. Die für acht Personen ausgelegten 71 Teile kamen für 10.080 Euro* unter den Hammer.
Die besten Ergebnisse bei Porzellan und Glas
Beim Porzellan war es, wie zu erwarten gewesen war, das Meißener Pärchen “Gärtner und Gärtnerin, das in der Bietergunst besonders hoch rangierte. Die beiden vor 1924 nach Modellen von Johann Carl Schönheit (1767) gefertigten Figuren erzielten 4.030 Euro*

Gärtner und Gärtnerin, Meißen vor 1924 nach Modellen von Johan Carl Schönheit (1767). Ergebnis: 4.032 Euro
Zum überraschenden Toplos der Kategorie Glas steigerte sich eine Flasche aus braunem Glas, entstanden im 18. Jahrhundert in Süddeutschland. Sie erzielte nach einem packenden Bietergefecht 6.550 Euro*.
Ergebnisse der Weihnachtsauktion (II): Gemälde, Graphik, Fotografie
Bei den Gemälden war es ein Altmeister, der in der 39. Kunstauktion am 1. Dezember das beste Auktionsergebnis erzielte: Das großformatige Altarbild “Die heilige Anna lehrt Maria das Lesen” des bayerischen Barockmalers Martin Speer (1702 – 1765) erzielte 11.340 Euro*. Speer, ein Bauernbub aus dem Pfaffenwinkel, fand in einem Probst des Chorherrenstifts Rottenbuch einen künstlerischen Förderer, der ihn zur Ausbildung bis nach Meran und Neapel entsandte. Nach Bayern zurückgekehrt, ließ sich Speer in Regensburg nieder, und schuf Altargemälde unter anderem für Garmisch und Frauenzell sowie für die Klöster Metten, Sankt Emmeram in Regensburg und Raitenhaßlach bei Burghausen. Das bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen versteigerte Bild ging an einen privaten Sammler.

Ein weiteres Top-Los der Kategorie Altmeister: Eine Flusslandschaft mit Figurenstaffage aus dem 18. Jahrhundert. Ergebnis: 5.040 Euro*
Top-Ergebnisse bei der Kunst nach 1945
Ebenfalls hoch in der Bietergunst standen bei der Weihnachtsauktion mehrere moderne Gemälde und Graphiken:
Eine mit den Fingern in Öl gemalte Ansicht von München aus der Hand des Berliner Künstlers Christopher Lehmpfuhl (*1972) erzielte 9.320 Euro* (Schätzpreis: 5.000 Euro). Auch zwei Graphik-Klassiker konnten sehr gute Ergebnisse erzielen: Eine in Tusche, Farbkreiden und Aquarell ausgeführte “Geigenspielerin” des französischen Zeichners und Karikaturisten Jean-Jacques Sempé (*1932) erzielte 7.060 Euro*.
Ein als Farblithographie aufgelegtes Porträt Marlene Dietrichs von Gottfried Helnwein (*1948), das auch dessen Plakatentwurf zum 1984 entstandenen Dokumentarfilm von Maximilian Schell zu Grunde liegt, steigerte sich auf 2.770 Euro*.
Graphik: Münchner Umland vorn
Oberbayerische Motive standen bei der Graphik des 16. bis 20. Jahrhunderts am höchsten in der Bietergunst: Eine als Gouache gemalte Chiemseelandschaft von Alfred Haushofer (1872 – 1943) mit Blick auf die Fraueninsel steigerte sich von 1.800 auf 4.530 Euro*.
Einen gewaltigen Sprung machten in der Weihnachtsauktion zwei winterliche Ansichten von Dachau aus der Hand von Carl Theodor Thiemann (1881 – 1966). Die Farbholzschnitte des aus Karlsbad stammenden Malers, Radierers und Holzschnitt-Spezialisten kamen für 4.030 Euro* unter den Hammer.

Das Blatt “Dachau im Schnee” war einer von zwei Holzschnitten von Carl Theodor Thiemann, die gemeinsam für 4.030 Euro* zugeschlagen wurden.

“Dachau, Münchner Straße” ist das zweite Blatt der beiden Holzschnitte von Carl Theodor Thiemann, die bei der Weihnachtsauktion von Scheublein Art & Auktionen für 4.030 Euro* versteigert wurden.
Top-Resultat aus dem Land der Indianer
Zum Spitzenlos bei den Varia entwickelte sich ein Goldton-Abzug des amerikanischen Fotografie-Pioniers Edward Sheriff Curtis (1868 – 1952). Die seltene Aufnahme eines fischenden Wisham-Indianers, die 1909 im Rahmen von Curtis’ Mammutprojekt “The North American Indian” entstanden war, ging für 6.930 Euro* ins europäische Ausland.

Edward Sheriff Curtis, The Fisherman – Wisham. Der Goldton-Abzug aus dem Jahr 1909 erzielte 6.930 Euro*
Nachlese der 39. Kunstauktion (I): Möbel, Einrichtung, Teppiche und Asiatika
Mit vielen überraschenden Ergebnissen endete am 1. Dezember gegen 19.30 Uhr die Weihnachtsauktion . Neben einem vollbesetzten Saal boten auch viele Interessenten per Telefon mit; über die Plattformen Invaluable und Lottissimo konnten Kunstliebhaber zudem online an der Auktion teilnehmen. Dies resultierte immer wieder in packenden Bietergefechten zwischen Saal, Telefon und Internet, vor allem auch beim Toplos der Dezember-Auktion, einem Barockschrank aus dem 18. Jahrhundert. Generell entwickelten sich die Objekte der Kategorie Möbel in der Weihnachtsauktion auffallend gut; des weiteren waren die Kategorien Silber und ,Kunst nach 1945‘ in der Dezember-Auktion besonders stark. Highlights mit großen Preissprüngen waren überdies in fast jeder Rubrik zu verzeichnen.
Die besten Ergebnisse bei den Möbeln:

Ein Barockschrank, wohl deutsch, 18. Jahrhundert erzielte den höchsten Zuschlag der Auktion: 14.490 Euro*.
Das Stück war war zu einem Schätzpreis von 2.500 Euro angesetzt gewesen. Der edle Nussholz-Schrank mit Intarsien, Schnitzereien, Faden- und Bandeinlagen sowie Brandmalerei von seltener Qualität kletterte bis auf 14.500 Euro*.

Ein weiteres Topresultat bei der Weihnachtsauktion: Ein Damensekretär, der für 4.160 Euro* unter den Hammer kam.
Ebenfalls hoch in der Bietergunst stand ein Damensekretär mit Intarsien, Messingbeschlägen und einer Schreibklappe mit Lederauflage. Er konnte seinen Schätzpreis verachtfachen und wurde schließlich bei 4.160 Euro* zugeschlagen. Beide Objekte gingen in den Kunsthandel.
Weitere Ergebnisse bei den Möbeln:

Wellenschrank, 18. Jahrhundert, Nussholz und andere Hölzer auf Nadelholz furniert. Ergebnis: 4.160 Euro*.
Top-Ergebnis bei den Teppichen
Auch diese Kategoriekonnte mit einem Top-Resultat aufwarten: Ein um 1900 entstandener Malayer wurde nach einem hitzigen Bietergefecht mit vielen Interessenten am Telefon für 5.920 Euro* zugeschlagen und konnte seinen Schätzpreis damit vervierfachen.
Das beste Resultat der Kategorie Einrichtung:
Überraschende Ergebnisse bei den Asiatika

Ein Thangka, Tibet, 19. Jahrhundert, Gouache auf Stoff, mit Darstellung zahlreicher Boddhisattvas, Götter und Heiliger, wurde für 3.780 Euro* verkauft.
München im Blick der Landschaftsmaler
München kann Landschaftsmaler bis heute faszinieren. Dies beweist nicht zuletzt eine Stadtansicht von Christopher Lehmpfuhl, die in der Weihnachtsauktion am 1. Dezember das Highlight im Bereich “Kunst nach 1945” bildet. Doch auch eine Vielzahl von Landschaftsgemälden aus dem 19. Jahrhundert, die ebenfalls in dieser Auktion angeboten werden, beweist, dass die Isar-Metropole und ihr Umland für Künstler stets neue Inspirationen bereit hielt.
Der Neo-Impressionist
Der Berliner Maler Christopher Lehmpfuhl (*1972) hat sich in seiner Sicht- und Herangehensweise den Impressionisten verschrieben – er war gerade mal acht, als er begann, ihre Werke zu kopieren. “Seitdem”, sagt der heute 45-jährige, “versuche ich, eine zeitgemäße Form des Impressionismus zu entwickeln, die sich mit dem Hier und Jetzt auseinander setzt.” Dieses Ziel verfolgt der Meisterschüler von Klaus Fußmann mit beeindruckender Intensität und Radikalität.
Wie einst die großen Meister der Plein Air-Malerei schleppt er seine Leinwände durch Wind und Wetter: auf die Vulkane Islands, zu den zypressen der Toskana, nach Georgien und Südkorea, durch Berlin oder eben München. Mag der Sturm an der Leinwand zerren, sich Schneeflocken in die Farbe mischen oder eisige Gischt auf das Bild spritzen – Lehmpfuhl harrt aus. Insofern stellte ihn der föhnige Tag, an dem offenbar die München-Ansicht entstand, vor eine vergleichsweise leichte Anforderung.
Sobald er sich niederlässt, um die Atmosphäre, das Licht und die Farbklänge eines Ortes in sich aufzunehmen und in Kunst zu verwandeln, taucht er vollkommen in seine Umwelt ein und arbeitet buchstäblich mit allen Sinnen, ohne jeden Mittler zwischen sich, den Farben und der Leinwand. Denn Lehmpfuhl arbeitet ohne Pinsel und Palette, mischt mit seinen eigenen Händen die Farben an, und trägt sie dann in dicken Schichten und Wülsten mit Fingern und Handflächen auf der Leinwand auf.
Aus dem Münchner Umland
Da ging der in München geborene Maler Alfred Haushofer (1872 – 1943) noch wesentlich konventioneller zu Werke: Das Gemälde “Am Chiemsee” mit der Fraueninsel im Blickpunkt ist eine Gouache, die er 1923 unweit seiner Wahlheimat in Seebruck malte, wohin er 1907 mit seiner Familie gezogen war.
Zwei Moorlandschaften von Toni (Anton) von Stadler (1850 Göllersdorf – 1917 München) und Paul Weber (1823 – 1916) entführen uns eher ins Dachauer Hinterland.

Toni (Anton) von Stadler, Weite Landschaft mit Feldern und Klatschmohn, Öl / Lwd., 36 x 46 cm, Schätzpreis: 2.800 Euro
In die eisigen Höhen der bayerischen Alpen entführen diverse Aquarelle des in Feldafing geborenen Landschaftsmalers Edward Harrison Compton (1881 – 1960), die in der Weihnachtsauktion in der Kategorie “Graphik” angeboten werden.

Edward Harrsion Compton: Schneebedeckte Alpengipfel, 34 x 49,5 cm, Schätzpreis 400 Euro. Das Bild ist eines von vier Compton-Aquarellen, die in der Weihnachtsauktion angeboten werden.
Ein weiteres Highlight der Auktion am 1. Dezember bilden zwei Gemälde eines Altmeisters der Münchner Schule, Heinrich Bürkel (1802 – 1869), die den hier exemplarisch aufgeführten Reigen an Landschaftsmotiven aus München und der näheren bayerischen Umgebung schließen.

Heinrich Bürkel, Heuwagen beim Überqueren einer Brücke, Öl / Karton, 31,5 x 40,5 cm, Schätzpreis: 9.000 Euro
Historische Reisefotografie – Impressionen aus Ost und West
Zu ihrer Zeit erregten sie Aufsehen, weil sie Einblick in eine Welt gewährten, die den meisten nicht zugänglich war. Heute mischt sich in die Betrachtung historischer Reisefotografien ein bisschen Wehmut, denn die Welt, die sie zeigen, ist für immer versunken. Gleich mit zwei Positionen der Auktion am 1. Dezember, Rubrik Varia aber kann man sich zumindest ein Stück dieser Nostalgie für immer sichern: Versteigert wird zum einen eine Holzschatulle mit Orient-Fotos aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, zum anderen ein Goldtonabzug der Fotografie eines fischenden Wisham-Indianers von Edward Sheriff Curtis (1868 – 1952), der die Indianer-Territorien immer wieder bereiste.
Die Spur der Indianer
Diese Fotografie ist gleich in mehrerlei Hinsicht symptomatisch für das Lebenswerk von Curtis.
Zum einen handelt es sich dabei nicht um einen Papier-, sondern um einen Goldton-Glasabzug, ein Verfahren, das Curtis zu seinem Markenzeichen machte. Dabei wird das Negativ au eine Glasplatte projiziert, fixiert und mit einer Mischung aus Bananenöl und Bronzepuder hinterlegt, um Licht- und Schattenstrukturen deutlich hervortreten zu lassen. Curtis selbst vergleicht die Wirkung mit dem Schillern nasser Kiesel am Ufer eines Waldbachs, die Licht und Farben der Umgebung lebensvoll reflektieren. Papierabzüge seien im Gegenzug so leblos wie die grauen Kiesel, wenn sie einmal getrocknet seien.
Das spezielle Verfahren kam vor allem bei einem Großprojekt zum Tragen, das bis heute mit Curtis’ Namen verbunden ist: 1906 erhielt er von Großbankier John Pierpont Morgan den Auftrag, eine umfassende Bilderserie über die Indianer Nordamerikas zu erstellen. Zwei Jahrzehnte lang bereiste er die zu jener Zeit bereits im Verschwinden begriffenen Regionen, in denen Indianer noch in ihrer ursprünglichen Kultur lebten, und publizierte unter dem Titel “The North American Indian” 40.000 Fotografien in 20 Bildbänden. Das Mammutwerk kann in der Online-Bibliothek der Northwestern University komplett eingesehen werden.
Bald nach Erscheinen des letzten Bandes in den 1930er Jahren geriet das gewaltige Werk in Vergessenheit, wurde aber in den 1960er Jahren von Anthropologen wiederentdeckt und gilt seither als einzigartiges Zeugnis von indianischer Kultur und Spiritualität. Es inspirierte auch das “Red Power Movement”, das seit fünfzig Jahren für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner eintritt.
Die Magie des Orients
Pioniergeist prägte auch die Künstler, die hinter jenen 97 Reisefotografien stehen, die gemeinsam mit einer bemalten Holzschatulle mit Ägypten-Motiven angeboten werden (Schätzpreis: 600 Euro). Sämtliche Aufnahmen stammen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, als die Technik der Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte und auch eine Reise in den Orient mit vielen Gefahren und Unwägbarkeiten verbunden war. Die Aufnahmen stammen unter anderem von Luigi Fiorillo, Felix Bonfils und den Brüdern George und Constantine Zangaki.
Fiorillo (1847 – 1898) entfaltete seine fotografischen Aktivitäten ab 1870 vor allem in Nordafrika – in Algerien, Palästina, später in Eritrea und Ägypten, wo er in Alexandria auch ein Studio eröffnete und zum Hoffotografen von Prinz Mohammed Toussoun Pasha ernannt wurde. 1890 gründete er mit einem Kompagnon das Studio “Marques & Fiorillo” in Assuan, das Dank Fiorillos Sohn Federico auch nach seinem Tod bis in die 1920er Jahre weiterbestand.
Auch Felix Bonfils (1831 – 1885), eigentlich gelernter Buchbinder, etablierte sich im Nahen Osten mit einem Fotostudio vor Ort. 1864 eröffnete er in Beirut das erste professionelle Fotostudio, das es in der gesamten Region gab, die “Maison Bonfils. Mit seinem genauen Blick auf antike Stätten, Landschaften und die Bevölkerung machte er sich rasch einen Namen. Bei seiner Arbeit wurde er von seiner Frau Marie Lydie und seinen Sohn Adrien unterstützt – was es heute schwierig macht, die Urheberschaft der Bilder aus der “Maison Bonfils” festzulegen. Wie es scheint, hatte sich Félix Bonfils eher auf historische Orte und Landschaften konzentriert, während sich seine Frau Lydie auf Porträts spezialisierte. Adrien widmete sich vor allem religiösen Motiven. Auch dieses Studio bestand, getragen durch Witwe und Sohn, auch nach Felix Bonfils Tod weiter; ausgewählte Fotografien des Hauses wurden um 1900 von der Firma Photochrom Zürich als farbige Photochromdrucke herausgegeben.
Über das Leben der in den 1870er bis 1890er Jahren als Fotografen tätigen Brüder George und Constantine Zangaki (auch Adelphoi Zangaki) ist wenig bekannt. Beide arbeiteten von Port Said und Kairo aus, und reisten mit einer zur Dunkelkammer umgebauten Pferdekutsche den Nil entlang, um Monumente, Landschaft, Menschen und Ereignisse zu dokumentieren. Ihre Bilder fanden bei den wohlhabenden Europäern, die in Scharen zu den Ägyptischen Sehenswürdigkeiten pilgerten reißenden Absatz; heute zählen ihre Bilder zu den schönsten Zeugnissen, die es aus dem Ägypten der spätviktorianischen Ära gibt.
Altmeister bei der Weihnachtsauktion: Bayerischer Barock und mehr
Das Toplos bei den Alten Meistern stammt aus der Hand eines Malers, der das Erscheinungsbild des Barock in Bayern entscheidend mitprägte: Martin Speer (1702 – 1765). Altarbilder aus seiner hand finden sich von Garmisch bis Roding bei Cham, von Bad Kohlgrub bis Raitenhaslach bei Burghausen, von Michaelsbuch bei Deggendorf bis zum Kloster Sankt Emmeram in Regensburg.
Aus dem bäuerlichen Pfaffenwinkel ins Zentrum der Barockmalerei
Dabei stammt Speer ursprünglich aus einer bäuerlichen Familie aus der Gegend von Rottenbuch. Ein Probst des dortigen Chorherrenstifts entdeckte die große Begabung des Buben und sorgte für die Förderung seiner Talente. Zunächst gab der Gönner Speer zum in Meran tätigen Rottenbucher Maler Mattias Bußjäger in die Lehre. Im Anschluss finanzierte er weitere bildende Reisen, die den jungen Künstler bis zu dem Barockmeister Francesco Solimena nach Neapel führten – dem Zentrum katholischer Barockmalerei schlechthin.
Nach Bayern zurückgekehrt, ließ sich Martin Speer in Regensburg nieder, wo auch der Schwerpunkt seines Werkes liegt.
Das Altarbild “Die Heilige Anna lehrt Maria das Lesen”, das bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen zum Schätzpreis von 8.000 Euro angeboten wird, zeigt ein im 17. und 18. Jahrhundert beliebtes Motiv aus dem Marienleben. Zu einer Zeit, in der die Fertigkeit des Lesens und Schreibens noch immer ein Privileg der gehobenen Schichten war, wurde eins olches thema nicht nur benutzt, um Einblick in die Kindheit der Mutter Gottes zu gewähren. Es sollte auch die vornehme gesellschaftliche Abkunft Mariens herausstreichen.

Ein Detail aus Martin Speers “Die Heilige Anna lehrt Maria das Lesen”: Der von Putten und der Heiligen-Geist-Taube bevölkerte Himmel

Ein Detail aus Martin Speers “Die Heilige Anna lehrt Maria das Lesen”: Putten reichen Anna Obst und einen Blumenstrauß
Weitere Highlights bei den Altmeistern

Das Gemälde “Die Berufung der Orden” aus dem 17. Jahrhundert (wohl deutsch, Öl/Kupfer, 38 x 31 cm) wird in der Weihnachtsauktion zu einem Schätzpreis von 2.400 Euro angeboten.

Ein “Christus im Grab” (Öl/Holz, 43 x 74,5 cm), der im 17. jahrhundert in der Lombardei entstand, wird in der Auktion am 1. Dezember mit einem Schätzpreis von 2.000 Euro aufgerufen.

Ein Blumen-Stilleben aus unbekannter Hand, das wohl im 18. Jahrhundert entstand, steht bei den Altmeistern ebenfalls im Blickpunkt. Der Schätzpreis: 1.200 Euro
Im Blickpunkt der Weihnachtsauktion: Hochkarätige Asiatika
Gleich drei Toplose der 39. Kunstauktion am 1. Dezember entfallen auf die Kategorie Asiatika: ein Jadebecher mit Bronzemontierung, eine sphärische Räucherkugel und eine Ritualglocke (Zhong).
Die Aufgabe der Ritualglocke (Zhong) lag in nichts Geringerem, als in der Herstellung der Harmonie zwischen menschlicher Gemeinschaft und kosmischer Ordnung. Ab dem 15. Jahrhundert v. Chr. gaben solche Bronzeglocken bei religiösen Ritualen wie auch bei staatlichen Anlässen die Tonhöhen für die Musiker vor. Der Klang der Ritualglocke galt als göttliches Prinzip, ihre Form im wahrsten Sinn als weltliches Maß der Dinge – das Innere war zugleich eine Maßeinheit für Getreide.
Das weltliche Maß der Dinge
Zhong-Glocken wurden einzeln, aber auch als Glockenspiel eingesetzt. Alle haben einen elliptischen Querschnitt, der bewirkt, dass die von außen angeschlagenen Glocken in zwei verschiedenen Tonhöhen im Abstand einer kleinen oder großen Terz erklingen, je nachdem, ob sie an der schmalen oder der breiten Seite angeschlagen werden. Dies war nur Dank einer äußerst hoch entwickelten Gusstechnik möglich. Diese war in China jedoch bereits zu vorchristlicher Zeit so präzise, dass die Glocken kaum nachgestimmt werden mussten.
Die bei Scheublein angebotene Ritualglocke ist aus grün patinierter Bronze gefertigt, mit in Gold eingelegten Motiven dekoriert und wird zu einem Schätzpreis von 10.000 Euro aufgerufen.
Die Räucherkugel (Xunqiu)
Ebenfalls aus dem rituellen Umfeld stammt die sphärische Räucherkugel (Xunqiu). In ihrem Inneren verbirgt die aufklappbare Kugel aus durchbrochenem Silber sphärische, bewegliche Ringe und eine kleine, kardanisch aufgehängte Schale für Räucherwerk.

Sphärische Räucherkugel (Xunqiu), China, vermutlich Tang-Dynastie (618 – 907) oder später, Höhe 12,6 cm
Das teilweise vergoldete, mit Blattranken, Vögeln und Trauben dekorierte Objekt wird zu einem Schätzpreis von 5.800 Euro angeboten.
Ein Jadebecher mit Raubtierkopf-Henkeln
Drittes Highlight bei den Asiatika ist ein Jadebecher mit Bronzemontierungen, wohl aus der westlichen Han-Dynastie, der im zweiten oder ersten vorchristlichen Jahrhundert entstand.
Das Objekt aus weißgrauer, teils opaker Jade mit Kalzifizierungen ist mit vergoldeten Bronzemontierungen versehen – zum einen mit einem Raubtierkopf-Henkel, zum anderen mit einem an einer taotie-Maske angebrachten, beweglichen Ring. Es ist umlaufend mit Tieren und Wolken beschnitzt. Auf dem Deckel ruht ein plastisch geschnitzter, liegender Panther, außerdem sind dort drei Bronze-Vögel angebracht. Die kurzen Beine sind mit eingelegten Türkis-Cabochons verziert. Der Schätzpreis für den Jadebecher liegt bei 7.500 Euro.
Silber und Glas bei September-Auktion sehr gefragt
Mit einem überragenden Bieterinteressekonnte am 22. September um 20.30 Uhr die Herbstauktion bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen abgeschlossen werden. Von den gut 800 Positionen, die in der von Nikola und Michael Scheublein geleiteten Versteigerung ab 14 Uhr aufgerufen wurden, konnten über 80 Prozent zugeschlagen werden. In einzelnen Kategorien lag die Zuschlagsquote sogar noch höher.
Kernstück dieser 38. Kunstauktion war eine Privatsammlung aus dem Süddeutschen Raum, die neben Skulpturen, Altmeistern und Miniaturen auch Augsburger Silber und über 200 Positionen Glas umfasste. Auch diese Tatsache befeuerte das Käuferinteresse und trug mit zu dem ausgezeichneten Ergebnis bei.
Gleich eine ganze Reihe von Top-Zuschlägen war beim Silber zu verzeichnen.

Der Deckelhumpen von Ismael Thelott, Silber, Augsburg, um 1669 – 1673, wurde am 22. September für 8.820 Euro* versteigert.

Das Silberrelief “Anbetung der Hirten”, wohl von Jakob Ant(h)oni, Augsburg um 1606 – 1610, steigerte sich von 1.200 Euro Schätzpreis bis auf 5.670 Euro*
Die größten Preissprünge in der Kategorie aber waren bei drei Nummern mit Miniatursilber zu verzeichnen. Die zu Schätzpreisen zwischen 300 und 600 Euro angesetzten Positionen mit Objekten aus den Niederlanden und England gingen schließlich für zusammen 14.100 Euro* in die Niederlande.

Spitzenpreise erzielten drei Positionen mit niederländischem und englischem Miniatursilber. Diese acht Teile mit Amsterdamer Miniatursilber aus dem 18. Jahrhundert kamen für 6.430 Euro* unter den Hammer.
Bei der 215 Positionen umfassenden, exquisiten Glassammlung war das Bieter‑
interesse sogar noch höher als erwartet: 88 Prozent wurden zugeschlagen, die gesamte Sammlung konnte sich von ihrem Gesamt-Schätzpreis von 50.000 Euro auf einen Wert von 94.500 Euro* steigern.

2 Kelchgläser, Venedig 16./17. Jahrhundert bzw. Façon de Venise (wohl Niederlande), 17. Jh , Schätzpreis 600 Euro. Sie kletterten im Verlauf eines intensiven Bietergefechts bis auf 5.290 Euro* und erzielten damit beim Glas das höchste Ergebnis
Eine französische Tabatière aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, auf 250 Euro taxiert, stieg bis auf 5.040 Euro*. Eine Façon de Venise-Flasche aus dem 16. / 17. Jahrhundert erlöste 4.160 Euro*. Die Glasobjekte gingen sowohl an private Sammler wie auch in den Handel.
38. Kunstauktion: Highlights bei den Altmeistern
Eine ganze Reihe an Entdeckungen ermöglicht bei der 38. Kunstauktion die Rubrik “Alte Meister”.
Albrecht Dürer und ein ganz besonderes Motiv
Ein in exzellenter Qualität ausgeführtes Ölgemälde auf Holz zeigt ein vor der Reformation kaum dargestelltes Motiv aus der Passions- und Osterzeit: Christus in der Vorhölle, nach einer Stichvorlage aus Albrecht Dürers “Kupferstichpassion” (Öl / Holz, 36 x 26,5 cm, Schätzpreis: 700 Euro).
Dabei ist es weder Markus, noch Matthäus, nicht Lukas, und auch nicht Johannes, der davon berichtet, wo sich Jesus in der Zeit zwischen Kreuzigung und Auferstehung aufhielt. Vielmehr ist es ein Evangelist namens Nikodemus, der beschreibt, wie Christus in einen Raum vor dem eigentlichen Höllentor hinabsteigt und die dort ausharrenden Seelen der Gerechten aus dem Alten Testament erlöst, darunter Adam und Eva.

Christus in der Vorhölle, Detail: Adam und Eva am Höllentor, im Vordergrund der echsenhafte Kopf des Teufels.
Nikodemus‘ Text wurde nie in den offiziellen biblischen Kanon aufgenommen, er zählt zu den sogenannten ,apokryphen‘ Schriften, denen die Kirche absprach, wahre Überlieferungen aus dem Leben Christi zu sein. Dennoch blieben einige Motive daraus noch über Jahrhunderte hinweg im volkstümlichen Gedächtnis verankert.
Christus in der Vorhölle ist ein besonders bekanntes Beispiel für ein solches apokryphes Motiv. Besonders häufig wurde es zur Reformationszeit dargestellt. Allein Albrecht Dürer nahm es nicht nur in seine Kupferstichpassion, sondern auch in seine Große und Kleine Holzschnittpassion auf. Auch viele andere Zeitgenossen widmeten sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts diesem Thema, markiert es doch wie wenige andere biblische Sujets den Wandel von einem mittelalterlichen zu einem neuzeitlichen Gottesbild: Aus dem strafenden, die Seelen der Sünder in die Hölle entsendenden Gott wurde der gütige Vater, der durch die Entsendung seines Sohnes den Menschen Erlösung von Tod und Fegefeuer sowie ewiges Leben verspricht.
Ein Maler im Schatten seines Bruders

Mathieu Fredeau, Anbetung der Heiligen Drei Könige, Öl / Kupfer, 19 x 28 cm. Schätzpreis: 1.200 Euro
Mit der „Anbetung der Könige“ von Mathieu Frédeau (ca. 1580 – ca. 1642/54) begegnen wir einem noch nicht so bekannten, doch bemerkenswerten Künstler des 17. Jahrhunderts. Wie auch seine Brüder Jean und Ambroise stammte er aus einer Künstlerfamilie des 16. und 17. Jahrhunderts, die vermutlich aus dem Norden Frankreichs stammte und dann nach Paris gezogen war. Während Jean Frédeau Bildhauer und Architekt wurde, ließ sich Mathieu, ebenso wie sein bekannterer Bruder Ambroise, zum Maler ausbilden. Erhalten sind Darstellungen biblischer Motive von großer Detailfreude und atmosphärischer Dichte. Das in der Auktion am 22. September angebotene, in Öl auf Kupfer gemalte Bild ist mit einem Schätzpreis von 1200 Euro angesetzt.
Neue Facetten eines berühmten Kupferstechers

Jan Popels: Bacchus mit Ceres, Venus und Amor. Öl / Leinwand, 117 x 88,5 cm, Schätzpreis: 1.800 Euro.
Noch von einem weiteren Künstler offenbart die Herbstauktion eine bislang kaum bekannte Facette. Von dem eher als Kupferstecher bekannten Niederländer Jan Popels (1590 – 1663), den Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich gemeinsam mit David Teniers mit der Erarbeitung eines Katalogs der italienischen Meister in seiner Gemäldesammlung beauftragt hatte, wird das Gemälde „Bacchus mit zwei Göttinen“ versteigert (Taxe: 800 Euro), das zeigt, dass er ein nicht weniger exzellenter Maler war.
38. Kunstauktion / Gemälde 19. u. 20. Jhd.: Englisches Landleben, griechische Moderne
Zu den Highlights bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts gehören in der 38. Kunstauktion zwei Gemälde aus völlig unterschiedlichen künstlerischen Umfeldern: zum einen eine Landschaftsszenerie mit Schafen aus der Hand des Engländers Thomas Sidney Cooper (1803 – 1902), der die Darstellung landwirtschaftlicher Nutztiere zu einer nie gekannten Blüte trieb, zum anderen eine Mutter mit Kind des Griechen Nikolaos Lytras, der in der Malerei seines Heimatlands entscheidend zur Herausbildung einer Bildsprache im Sinn der klassischen Moderne beitrug.
Thomas Sydney Cooper: vom Kutschenanstreicher zum Wohltäter
Als Thomas Sydney Cooper 1803 in Canterbury auf die Welt kam, sprach wenig dafür, dass er einmal einen künstlerischen Beruf ergreifen würde können. Dazu waren die Verhältnisse, aus denen er stammte, viel zu bescheiden. Dennoch zeigte der Junge so großes künstlerisches Talent, dass man ihn als Zwölfjährigen immerhin nicht ungelernt in irgendeinem Betrieb schuften ließ, sondern zu einem Kutschenmaler in die Lehre gab. Acht Jahre lang pinselte er Schutzanstriche auf die Metallbeschläge von Karrossen und Fuhrwerken, arbeitete zwischenzeitlich auch als Bühnenmaler, dann ging er nach London.
Zunächst studierte und zeichnete er auf eigene Faust die Antiken im British Museum, dann wurde er doch noch zum Kunststudium an der Royal Academy zugelassen. Später übersiedelte er nach Brüssel, wo er bei Eugène Joseph Verboecken seine Fähigkeiten als Landschaftsund Tiermaler perfektionierte und sich mit der niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts beschäftigte.
Deren typischer, tiefgezogener Himmel prägt nicht nur das vorliegende Gemälde „Schafe auf der Weide“, sondern auch viele andere Darstellungen landwirtschaftlicher Nutztiere, mit denen Cooper ein Vermögen erwarb. Seinem deshalb kursierenden Spitznamen „Kuh-Cooper“ zum Trotz war der bis ins hohe Alter aktive Maler nicht nur ein vielgeehrtes Mitglied der Royal Academy, sondern auch ein Wohltäter seiner Heimatstadt Canterbury. Dort stiftete er mehrere Armenhäuser und auch eine Kunstgalerie, in der bis heute Ausstellungen abgehalten werden.
Ein Wegbereiter der griechischen Moderne
Nikolaos Lytras (1883 – 1927) repräsentiert auf der einen Seite noch die Tradition, in der die griechische Malerei im 19. Jahrhundert stand: Wie auch sein Vater Nikiforos Lytras hatte Nikolaos in München studiert, jener Kunststadt, der Athen seit der Entsendung des bayerischen Prinzen Otto nach Griechenland im Jahr 1832 eng verbunden war.
Doch zugleich gehört Nikolaos Lytras auch zu jenen Malern, die der Kunst seines Heimatlandes während und kurz nach dem 1. Weltkrieg den Weg in die Moderne wiesen. Mit Gleichgesinnten gründete er 1917 die „TechniGruppe“, die sich zum Ziel gesetzt hatte, mit der akademischen Malerei, vor allem aber mit dem Stil der „Münchner Schule“ zu brechen.
Die Gruppe veranstaltete nur zwei Ausstellungen: Eine 1917, die zum Zeichen des Bruchs mit der akademischen Tradition in den Redaktionsräumen einer Zeitung stattfand, eine zweite 1919 in der avantgardistischen Galerie la Boétie in Paris. Beide wurden vom griechischen Premierminister Eleftherios Venizelos eröffnet, der sich für die Erneuerung der Kunst seines Heimatlandes vehement einsetzte. Doch Umbrüche des 20. Jahrhunderts ließen die Künstler der „TechniGruppe“ bald in Vergessenheit geraten. Eine Ausstellung im Byzantinischen Museum in Athen, aber auch das vorliegende Ölgemälde „Mutter mit Kind“ laden ein, sich mit diesem spannenden Kapitel griechischer Kunstgeschichte erneut zu beschäftigen.
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