Im Blickpunkt der November-Auktion (II): Stühle von Richard Riemerschmid
Sechs Stühle nach Entwurf des Münchner Jugendstil-Architekten und -Designers Richard Riemerschmid (1868 – 1957) stehen im Blickpunkt des Angebots bei den Möbeln. Sie gehören zu den ersten Modellen, die Riemerschmid für die wenige Jahre zuvor in Dresden gegründeten Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst entwickelte – eine überaus fruchtbare Kooperation, die in Riemerschmids Entwürfen für die heute noch bestehenden Werksgebäude gipfelte und auf vielerlei gemeinsamen Anschauungen des Architekten und des Werkstätten-Gründers Karl Schmidt- Hellerau fußte.
Die Deutschen Werkstätten: Ein Ort des Fortschritts
Sowohl Richard Riemerschmid wie auch Karl Schmidt-Hellerau fühlten sich den Reformbestrebungen der letzten Jahrhundertwende verpflichtet: Qualitätvolle Möbel ohne falsches Zierrat sollten nicht nur für eine vermögende Elite, sondern auch für eine breite Mittelschicht erschwinglich sein.
Möbel für ein “Neues Wohnen”
Deren Wohnsituation sollte sich mit der Errichtung von Gartenstädten wie der ebenfalls von Richard Riemerschmid geplanten Gartenstadt Hellerau, mit luftigen Häusern, aber auch mit leicht zu reinigendem Mobliar generell entscheidend verbessern.
Richard Riemerschmids Weg zum maschinell gefertigten Möbel

Das Werksgelände der Deutschen Werkstätten mit den von Richard Riemerschmid entworfenen Bauten. Zeitgenössische Postkarte des Kunstverlags Brück & Sohn.
Zwar standen sowohl Schmidt wie auch Riemerschmid dem Handwerk nahe, waren sich aber einig, dass sich die Herstellung bezahlbarer, qualitätvoller und moderner Möbel nur durch die Vereinigung maschineller und handwerklicher Fertigung bewerkstelligen ließ. Also tastete sich Richard Riemerschmid Schritt für Schritt an einen Möbelstil heran, der den Möglichkeiten der Maschinen entsprach – ein Stil, der sich schließlich im Maschinenmöbelprogramm von 1905/06 vollends entfaltete. Doch auch Riemerschmids frühe Entwürfe für die Deutschen Werkstätten, wie die Stühle des „Modells 4“ von 1902/3, von denen sechs bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen zum Schätzpreis von 1.500 Euro angeboten werden, markieren erste Meilensteine auf diesem Weg.

Die Riemerschmid-Bauten der Deutschen Werkstätten sind bis heute erhalten, ebenso die Tradition, in der Fertigung den Einsatz von Maschinen mit Handwerkskunst zu verquicken.
Im Blickpunkt der November-Auktion (I): Skulpturen von Herbert Achternbusch
Eine große Offerte mit über 130 Positionen hochkarätigem Schmuck, eine Sammlung mit auf das 18. und 19. Jahrhundert zurückgehenden Hinterglasbildern vor allem aus Tirol und dem Staffelseegebiet sowie eine reiche Auswahl an Weinen aus Bordeaux und Burgund prägen die 51. Kunstauktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen. Besonders im Zentrum werden aber auch Porzellane, Jugendstilmöbel, ein Landschaftsgemälde von Carl Spitzweg sowie ein Skulpturenpaar des Münchner Künstlers Herbert Achternbusch (*1938) sein.
Von der Kunst zum Schreiben, vom Schreiben zum Film
Angesichts seiner ungezählten Filme, Dramen und literarischen Publikationen gerät das Werk Herbert Achternbuschs im Bereich der Bildenden Künste rasch aus dem Blickfeld. Dabei studierte das bei seiner Großmutter im Bayerischen Wald aufgewachsene Enfant Terrible der Münchner Kulturszene zunächst an den Akademien in Nürnberg und München Kunst. Mit bildlichen und plastischen Arbeiten war er sogar in Ausstellungen im Haus der Kunst vertreten, bevor er sich Mitte der 1960er Jahre aufs Schreiben verlegte. Begegnungen mit Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Franz Xaver Kroetz motivierten ab Anfang der 1970er Jahre die Beschäftigung mit Film und Theater.
Herbert Achternbusch, der Poet
Skandale um Filme wie „Das Gespenst“ von 1982 über eine Erscheinung Christi in einem bayerischen Kloster lassen rasch übersehen, dass Achternbusch in all seiner Lust an Provokation und Skurrilität stets auch leise, berührende Töne anschlug. Sie kommen auch in seinem malerischen und skulpturalen Werk klarer zum Tragen, dem sich Achternbusch seit der Jahrtausendwende verstärkt widmet.

Herbert Achternbusch, Eselsmutter mit Kind. Detail: Eselskind aus blau bemaltem Holz. Beide Skulpturen werden zusammen zum Schätzpreis von 2.800 Euro angeboten.
Lauter Esel
Umso mehr freut sich SCHEUBLEIN Art & Auktionen, das Skulpturenpaar „Eselsmutter mit Kind“ anbieten zu können. Es wurde anlässlich Herbert Achternbuschs 70. Geburtstag beim Münchner Filmfest im Gasteig versteigert. Die bemalten Holzfiguren, die Objets trouvés wie ein Yogakissen implementieren, sind von Achternbuschs Tochter Naomi (*1994) bezeichnet. Möglicherweise entstanden sie im Kontext von zwei Kinderbüchern, die Achternbusch 2000 und 2002 schrieb: „Ein Esel namens Amalpalpu“ und „Endlich wehrt sich der Esel“. Die beiden Tierskulpturen sind mit einem Schätzpreis von 2.800 Euro angesetzt.
Nachlese zur Auktion vom 18.09. (II): Altmeister, Asiatika, Dosen, Graphik
Zu den gesuchtesten Kategorien der 50. Kunstauktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen gehörten auch die Kategorien Altmeister, Asiatika und Graphik. Ein ganz besonderes Augenmerk lag schließlich auf einer Sammlung an Streichholzbehältern.
Altmeister: Dürer-Nachfolge und Supraporten
Eine „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ aus der Nachfolge Albrecht Dürers (1471 – 1528) entwickelte sich zum Toplos bei den Altmeistern. Mit 2.500 Euro angesetzt, steigerte sich das Gemälde bis zu einem Zuschlagspreis von 12.600 Euro*. Das in Öl auf Holz gemalte Bild ging an einen privaten Sammler im Europäischen Ausland.
Auch zwei weitere Gemälde aus dem Altmeister-Angebot von SCHEUBLEIN Art & Auktionen standen besonders hoch im Interesse der Bieter: Das Portät eines Gelehrten in der Art des in Thüringen und Sachsen beheimateten Malers und Kupferstechers Dietrich Christian Wilhelm Ernst, gen. Dietricy (1712 – 1774), mit einem Schätzpreis von 2.400 Euro angesetzt, kletterte bis auf 7.000 Euro*; eine Antike Götterszene aus dem 18. Jahrhundert wurde für 6.700 Euro* zugeschlagen. Vier Supraporten mit allegorischen und szenischen Darstellungen aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts gingen für 8.200 Euro* in den internationalen Kunsthandel.
Asiatika: Cloisonné und Steinzeug aus China
Gleich eine ganze Reihe chinesischer Objekte aus dem Bereich Asiatika entwickelten sich in der Herbstauktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen außerordentlich gut und konnten weit über dem Schätzpreis an Sammler in Europa und Asien zugeschlagen werden.
Eine türkise Cloisonné-Schale aus der Qing-Zeit mit wolkenartig reliefiertem Mittelknauf und einem Dekor mit Hirschen und Kranichen erlöste 8.200 Euro*. Eine Position mit einer Vase, einer kleinen Vase und einem Unterteller aus Steinzeug mit Craqueléglasuren aus dem 18. bis 20. Jahrhundert kletterte bis auf 8.800 Euro*. Zwei weitere Positionen mit Porzellanobjekten aus der Jiajing- und Qing-Zeit steigerten sich bis auf 6.550 Euro* bzw. 7.500 Euro*

Vase, kleine Vase und Unterteller, 18./19./20. Jh. Steinzeugartiger Scherben mit Craquelé-Glasur. Ergebnis 8.800 Euro*
Graphik: Alter und Rätsel
Ein ganz besonderes Blatt wurde zum Spitzenlos bei der Graphik: Die Zeichnung „Steigendes Wasser“, die Karl Schmidt-Rottluff (1884 – 1976) mit Tusche und Farbkreide in einem seiner letzten Lebensjahre angefertigt hatte. Noch hochbetagt hatte der Maler mit seiner Frau die Sommer, wie stets, an der Ostsee verbracht. Fixes Domizil seit den 1950er
Jahren war dafür das Ostseebad Sierks-
dorf an der Lübecker Bucht, wo Karl Schmidt-Rottluff in einem kleinen, an das Haus seines Malerfreundes Günter Machemehl angebauten Atelier arbeitete.
Auch als er mit seinem achtzigsten Geburtstag die Ölmalerei aufgab, weil ihm das Hantieren mit Staffelei, Leindwand und Palette zu anstrengend geworden war, ruhte der künstlerische Geist Karl Schmidt-Rottluffs nicht. In Aquarellen und Mischtechniken mit Farbkreide und Tusche hielt der Expressionist auch weiterhin die Lichtstimmungen an der Küste in stillen Meereslandschaften fest. Auch das bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen verkaufte Blatt gehört in den Kreis dieser anrührenden, eindrucksvoll schlichten Graphiken. Für 17.600 Euro* ging es an einen privaten Sammler.
Vier ganz besondere Aquarelle, wohl aus dem 18. Jahrhundert erzielten zusammen 5.500 Euro* und konnten damit ihren Schätzpreis mehr als verzehnfachen: Es handelt sich um Anamorphosen – auf dem Blatt verzerrt wirkende Darstellungen, die erst durch das Aufstellen eines zylindrischen Spiegels perspektivisch korrekt zu erkennen sind. Zwei der vier vorliegenden Blätter zeigen Skelette mit Bekleidung, die anderen beiden einen sitzenden Hund sowie einen Herrn im roten Mantel. Sie gingen in den Kunsthandel.
Streichholz-Behälter aus der Sammlung Humphrey
Nahezu vollständig verkauft wurde eine Sammlung historischer Streichholzbehältnisse und Feuerzeuge aus dem Besitz des Sängers, Schauspielers und Entertainers Albert C. Humphrey. Die über 60 Positionen umfassende Kollektion spannte einen Bogen von den Anfängen der Streichholz- und Feuerzeugkultur im frühen 19. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Zu dieser Zeit war beides nach wie vor noch kein Allerweltsgegenstand, sondern immer noch willkommener Helfer in einem mühsamen Alltag.
Die Gesamt-Sammlung erlöste 10.450 Euro* und ging großenteils in die Hände privater Liebhaber.
Nachlese zur Auktion vom 18.09. (I): Krippe, Gemälde, Bauernmöbel
Vor einem bis auf den letzten derzeit möglichen Platz besetzten Saal startete SCHEUBLEIN Art & Auktionen mit seiner 50. Kunstauktion am 18. September in die Herbstsaison. Die Nachfrage nach dem breit gefächersten Angebot war überaus rege, nahezu 75 Prozent der angebotenen Objekte konnten verkauft werden. Über 560 Bieter beteiligten sich im Saal, per Telefon und online an der Versteigerung. Besonders gefragt waren Silber, Kunsthandwerk, Altmeister, Möbel und Teppiche; die Auswahl an letzteren verkaufte sich sogar zu hundert Prozent. Highlights wie die vielfigurige neapolitanische Krippe oder eine Farbkreide-Zeichnung von Karl Schmidt-Rottluff entwickelten sich gut; zu den überraschendsten Losen zählten zwei Positionen mit Bauernbetten, die ein Vielfaches ihres Schätzpreises erzielten.
Ein weiteres Spitzenlos war den Gemälden des 19. Jahrhunderts zuzuordnen: Das Werk „Fischer und Heuboot auf dem Chiemsee“ des zeitweise auf der Fraueninsel lebenden Malers Joseph Wopfner (1843 – 1927). Hier zeigt der von der Schule von Barbizon stark beeinflusste Mitbegründer der Künstlergemeinschaft Allotria das beschleunigte Einbringen von Fang und Heuernte angesichts eines über dem See heraufziehenden Gewitters. Für knapp 24.000 Euro* ging das aus Privatbesitz stammende Gemälde an einen privaten Sammler.
Möbel: Gut gebettet
Das Los, bei dem die größte Steigerung zu verzeichnen war, umfasste zwei aufwendig bemalte österreichische Bauernbetten aus dem 19. Jahrhundert. Von einer Taxe von 400 Euro kletterten sie nach einem intensiven Gefecht von Bietern im Saal, am Telefon und im Internet bis auf knapp 14.000 Euro*, bevor ein Saalbieter den Zuschlag erhielt. Die an Fuß- und Kopfteilen mit Szenen aus dem Leben Mariens und weiterer Heiliger ausgestalteten Betten stammen einem rückseitig angebrachten Etikett zu Folge aus Bad Aussee im Salzkammergut. Ein weiteres, nicht ganz so opulent dekoriertes Bauernbett, ebenfalls österreichisch aus dem 19. Jahrhundert, wurde für 2.800 Euro* verkauft. Der Preis für einen Bauernschrank aus dem 18. Jahrhundert mit
Blumenvasenmalerei stieg bis auf 2.150 Euro*, bevor der Hammer fiel.
Kunsthandwerk: Lebendige Tradition
Das bereits im Vorfeld Aufsehen erregendste Los der 50. Kunstauktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen war eine über 50 Figuren umfassende, handwerklich gearbeitete neapolitanische Krippe.

Neapolitanische Krippe, überwiegend 20. Jh. (Detail mit Geburtsszene und Verkündigung an die Hirten). Höchstgebot 37.800 Euro*
Das mit vielen originalen Kulissenelementen, Tieren und minutiös gestalteten Accessoires ausgestattete Objekt umfasst sämtliche Erzählebenen der seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Presepe-Tradition: von der Heiligen Familie über die Verkündigung an die Hirten und den Zug der Heiligen Drei Könige mit exotischen Tieren und Janitscharen-Kapelle bis zu Szenen mit Figuren des einfachen Volks, das an Marktständen feilscht, im Wirtshaus zecht oder sich am Ofen eines Maroni-Rösters wärmt.
Die Gebote für die vielfigurige Krippe kletterten bis auf 37.800 Euro*.
Details zu den Ergebnissen bei Altmeister, Asiatika, Dosen und Graphik folgen in Kürze.
Highlights der Auktion am 18. September (III): Eine neapolitanische Krippe
„Die Engel sollten himmlische Schönheit atmen, und das heilige Paar sollte zur höchsten Andacht stimmen“, schreibt Rudolf Berliner in seinem Standardwerk zur Geschichte der Weinhnachtskrippe über die Krippen Neapels – und das, obwohl diese auf den ersten Blick alles andere als still und beschaulich wirken. Denn breiten Raum nimmt, neben dem Heiligen Geschehen, auch das quirlige Alltagsleben in der süditalienischen Metropole ein. Auch die vielfigurige neapolitanische Krippe, die SCHEUBLEIN Art & Auktionen in seiner September-Auktion anbietet, zeichnet hiervon ein eindrucksvolles Bild.
Die neapolitanische Krippe: Resultat jahrzehntelanger Sammlertätigkeit
Über Jahre hinweg wurden das Ensemble aus 51 Figuren, vielen Tieren und Accessoires sowie diversen originalen Hintergrundelementen von einem privaten Sammler über Jahre mit großem Qualitätsbewusstsein und viel Liebe zum Detail in detektivischer Kleinarbeit zusammengetragen. Die Elemente stammen überwiegend aus dem 20. Jahrhundert, sind aber samt und sonders handwerklich hergestellt und fußen in der großen Tradition der neapolitanischen Presepe, wie sie sich zwischen ca. 1750 und 1780 herausbildete.
Der Anfang der neapolitanischen Krippentradition
Anders als in den nördlich der Alpen gelegenen Zentren der Krippenkultur spielte die Kirche als Auftraggeberin in Süditalien keine große Rolle. Es war der Adel, der sich zunächst von Malern und Bildhauern, später auch von spezialisierten Handwerkern aufwendig gestaltete Szenerien anfertigen ließ. Sie gaben neben dem Heiligen Geschehen rund um die Geburt Christi auch Alltagsszenen wieder, die bis heute den Verhältnissen im ausgehenden 18. Jahrhundert verpflichtet sind. Selbst die Trachten der Figuren orientieren sich stets an der Mode dieser Zeit. Sogar der vom königlichen Hof organisierte Karnevalsumzug des Jahres 1778, der unter dem Motto „Die Rückkehr des Großsultans aus Mekka“ stand, fand in Form der Janitscharenkapelle seine Verewigung im Krippengeschehen.
Lebenswimmelnde Szenen
„Hier ist‘s eine Folge dramatischer Vorstellungen, welche von der Geburt an, bis zu der Gabendarbringung der Weisen aus dem Morgenland, sich in eine Reihe von buntabwechselnden, lebenswimmelnden Szenen durch den ganzen Stock eines Hauses erstreckt und oft zum Fenster, ja zu der zu diesem frommen Endzweck durchbrochenen Mauer des Hauses hinausdehnt, wo die Zauberwelt in einer reizenden Perspektive auf den Golf von Neapel (…) endet“, schreibt die Kopenhagener Schriftstellerin und Salonière Friederike Brun (1765 – 1835), die zwischen 1795 und 1810 immer wieder nach Süditalien reiste.

In ihrer ganzen Breite und Lebendigkeit: Die mit einem Schätzpreis von 40.000 Euro angesetzte Krippe umfasst neben Heiliger Familie und den Heiligen Drei Königen gleich mehrere Volksszenen.
Könige und Maroni-Röster
Sämtliche dieser drei für neapolitanischen Krippen essenziellen Motivkreise – das eigentliche Geburtsgeschehen mit der Verkündigung an die Hirten, die mit Alltagsszenen ausgeschmückte Anbetung des Volkes sowie der Zug der drei Weisen – sind auch in der vorliegenden Krippe erzählfreudig ausgeführt: Die Hirten kommen mit Schafen und Ziegenböcken, Lederkappen und Sackpfeifen zur Geburtsstätte gezogen. Die Heiligen Drei Könige haben neben Gold und Geschmeide auch erlesene Früchte – und die obligatorische, neunköpfige Kapelle – mit im Gepäck. Und das Volk von Neapel prasst in der mit ganzen Schinken behangenen Herberge, feilscht an einem Marktstand um Brot und Käse oder wärmt sich am Feuerkessel eines Maroni-Rösters.
Authentisches Alltagsleben
Als die neapolitanische Krippentradition vor über 200 Jahren entstand, war das Ziel einer derartigen Krippe, zu verdeutlichen, dass sich das weihnachtliche Heilsgeschehen nicht nur vor langer Zeit an einem weit entfernten Ort zugetragen hat, sondern dass es die Menschen überall und mitten in ihrem alltäglichen Tun berührt und verändert. Die Schaulust, die Krippen wie die vorliegende mit ihrer Vielzahl liebevoll gestalteter Einzelszenen befriedigen, ist heute, aller modernen Medien zum Trotz, nicht kleiner als vor zweihundert Jahren. Hinzu kommt, dass wir aus heutiger Perspektive diese Krippen zugleich Zeugnis einer tief verwurzelten, religiösen Volkskunst wahrnehmen können wie auch als authentisch wirkendes Abbild des neapolitanischen Alltagslebens zur Goethezeit.
Highlights der Auktion am 18. September (II): Ein spätes Pastell von Karl Schmidt-Rottluff
Bei der Graphik freut sich SCHEUBLEIN Art & Auktionen, ein ganz besonderes Blatt präsentieren zu können: Eine Zeichnung in Tusche und Farbkreide, die der hochbetagte Karl Schmidt-Rottluff (1884 – 1976) an der Ostsee anfertigte.
Vom Öl zur Kreide
Mit seinem achtzigsten Geburtstag hatte der Expressionist und Brücke-Mitbegründer die Ölmalerei aufgegeben, weil ihm das Hantieren mit Staffelei, Leinwand und Palette zu anstrengend geworden war. Der künstlerische Geist des hochbetagten Malers aber ruhte nicht: Er arbeitete unermüdlich weiter, erkor nun Aquarelle und Mischtechniken mit Farbkreide und Tusche zu seinem bevorzugten künstlerischen Ausdrucksmittel.
Das magische Licht der Küste
Außer einer ganzen Reihe von Stilleben entstanden noch Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre, vor allem während der Sommermonate, die Schmidt-Rottluff mit seiner Frau stets im Ostseebad Sierksdorf verbrachte, stille Meereslandschaften. Sie fangen die Lichtstimmungen an der Küste eindrucksvoll ein. Auch die vorliegende Tusch-Kreidezeichnung „Steigendes Wasser“ (Schätzpreis 15.000 Euro) ist ihnen zuzuordnen.
Schmidt-Rottluffs “Luminarismus”
„Keine Linie, keine Kontur ist mehr geschlossen“, schreibt die am Berliner Brücke-Museum tätige Schmidt-Rottluff-Spezialistin Christiane Remm über diese letzte Werkgruppe. „Die Farbigkeit verliert an Intensität. Gleichzeitig bewirkt das Nebeneinander zum Teil komplementärer Farbtupfer und -felder einen „Luminarismus“ – einen Lichteffekt, der nicht allein von einer natürlichen Lichtquelle hervorgerufen wird.“ Auch bei „Steigendes Wasser“ ist dieser skizzenhafte Effekt und diese trotz zarter Farbigkeit intensive Lichtwirkung klar zu beobachten. Remm kann in dem Band „Ekstase, Rhythmus, Stille“ über das Pastell-Schaffen Schmidt-Rottluffs gar nicht aufhören, zu schwärmen. „Die späten Kreideblätter (…) sind von höchster gestalterischer Kraft. Spontanität und Vehemenz finden sich meisterhaft austariert in Horizontale und Vertikale, Linie und Form, Farbe, Fläche und Volumen. Die späten Zeichnungen Schmidt-Rottluffs zeigen sich hier nicht nur stilistisch von ganz besonderer Eigenart. Der bereits über 80jährige Künstler hat mit ihnen Werke von größter Einfachheit im inhaltlichen und größter Komplexität im Künstlerischen geschaffen.“
Highlights der Auktion am 18. September (I): Höchste Hinterglas-Kunst
Ein ganzes Füllhorn hochkarätiger Objekte aus Kunst und Kunsthandwerk bietet das Münchner Auktionshaus SCHEUBLEIN Art & Auktionen anlässlich seiner 50. Kunstauktion am 18. September. Das Spektrum reicht von handverlesenem Schmuck bis zu einer ganzen Passage mit Beckenschlägerschüsseln, von einer breiten Auswahl an moderner Graphik und einer reichen Auswahl an Möbeln bis zu einer Sammlung von Netsukes aus der späten Edo- und Meji-Zeit. Zu den absoluten Highlights zählt aber auch Hinterglas-Kunst von höchster Qualität.
Die Strahlkraft der Hinterglas-Kunst
Das meisterliche Stück fertigte der Seehausener Maler Josef Gege (1860 – 1919) an: Das nach einem Stich nach Rubens gemalte „Gastmahl des Herodes“ verbindet auf einzigartige Weise große Erzählfreude mit der für Hinterglasbilder typischen Strahlkraft der Farben und immenser Liebe zum Detail. Angeboten wird es zu einem Schätzpreis von 4.000 Euro.

Detail aus dem “Gastmahl des Herodes” von Josef Gege: Die Gesichter zeigen verschiedene Reaktionen auf den Auftritt Salomés – vom Entsetzen bei Herodes bis zum neugierigen Gaffen.
Enorme Erzählfreude
Sorgfältig hat Gege die Regungen in den einzelnen Gesichtern angesichts von Salome mit dem Kopf Johannes des Täufers studiert und ausformuliert: vom blanken Entsetzen des Herodes über die distanzierte Beobachtungshaltung der Herodias bis zu den verschiedenen Arten des Gaffens bei Umsitzenden.
Minutiös hat er selbst Nebensächlichkeiten wiedergegeben: Den gebratenen Pfau, der hereingetragen wird. Die Obstschale. Selbst die Instrumente der puttenartigen Musikanten auf der Balustrade.
Liebe zu Details
Auch auf Materialien und Stoffe legte Gege großes Augenmerk. Das beginnt bei der enormen Plastizität des als Repoussoir an den linken Bildrand gesetzten Vorhangs, geht weiter bei der samtigen Textur des Baldachins und endet bei den Lichtreflexen im in einem Flügelglas dargereichten Wein.
Die große Tradition der Seehausener Hinterglas-Kunst
Das Ungewöhnliche liegt jedoch nicht allein in der großen Qualität dieses Bildes. Besonders ist auch die Tatsache, dass es zu einer Zeit entstand, in der die Hinterglas-Kunst am Staffelsee bereits im Niedergang begriffen war. Die Blüte, während der – basierend auf Stichen, die über die Augsburger Handelswege nach Seehausen gekommen waren – Gemälde dieses Niveaus entstanden waren, lag um 1900 bereits gut hundert Jahre zurück. Im Lauf des 19. Jahrhunderts waren Hinterglasbilder zum kostengünstigen Wandschmuck für Kleinbürgerhaushalte und zu Souvenirs für den aufkommenden Tourismus geworden. Der künstlerische Anspruch trat allmählich zurück hinter dem Bestreben, Bilder schnell und in großen Stückzahlen herzustellen.
Ein einsamer Meister seines Fachs

Selbst das für das Bildthema völlig irrelevante Detail eines spielenden Knaben hinter Salomes Rock führt Josef Gege mit meisterlicher Präzision aus.
Josef Gege jedoch, Abkömmling einer ganzen Dynastie von Hinterglasmalern, bündelt noch einmal das ganze Wissen und die ganze Kunstfertigkeit, die seine Vorfahren an ihn weitergegeben hatten. Den ganzen Glanz eines Genres, das sich um 1900 bereits an der Schwelle zu Vergessenheit befand, lässt er in diesem Bild noch einmal lebendig werden.
Nachbericht zur Auktion vom 3. Juli (II): Holitsch-Fayencen, Sintenis-Skulptur, Gemälde zur Schlacht von Solferino
Zu einem weiteren Highlight der Auktion vom 3. Juli entwickelte sich eine Passage mit Fayencen, die während der kurzen Blütezeit der Manufaktur im heute slowakischen Holitsch entstanden waren. Der Betrieb, von Franz I. Stephan, dem Ehemann von Kaiserin Maria Theresia 1743 gegründet, um der Landbevölkerung ein Auskommen zu verschaffen und die Kriegskassen des Habsburger-Reiches zu füllen, entwickelte sich ab 1751 zu einer der bedeutendsten Fayence-Manufakturen dieser Zeit. Dennoch wurde ab 1786 der Schwerpunkt des Betriebs auf die Herstellung von Steingut verlagert.
Holitsch: eine der führenden Fayence-Manufakturen

Links: Rasierschale mit buntem Blumendekor, 2. Hälfte 18. Jh. Ergebnis 1.760 Euro*
Rechts: Drei Teller, 3. Viertel 18. Jh. mit Rosen und Rocaille-Kartuschen. Ergebnis 1.390 Euro*. An allen Objekten sind die für die Manufaktur charakteristischen Blumendekore gut zu beobachen.
Die bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen versteigerten Teller, Platten und Schalen sind eindrucksvolle Zeugnisse dieser kurzen Hoch-Phase der Fayence-Produktion in Holitsch und weisen sowohl die typischen Dekore mit indianischen oder deutschen Blumen wie auch den satten Purpurton auf, für den die Manufaktur berühmt war.
Sammlung mit Holitsch-Fayencen sehr gefragt
Die in fünf Positionen aufgeteilten Objekte wurden von privaten Sammlern ersteigert und erlösten insgesamt 5.900 Euro* .

Vier Teller, 3. Viertel 18. Jh., mit Rosen, reliefierten Palmetten motiven und Blütenzweigen. Ergebnis 1.200 Euro.* Sämtliche Teller tragen einen Rand in dem für Holitsch typischen Purpurton.
Ebenfalls unter den Highlights: eine Pony-Skulptur von Renée Sintenis
Nach dem „Mit einem Stein spielenden Hund“ der Frühjahrsauktion rangiert auch im Sommer eine Skulptur von Renée
Sintenis (1888 – 1965) unter den Toplosen: ihr „Ponyhäuptling“ wurde für 14.000 Euro* zugeschlagen.
Die kleine Bronze geht auf einen Entwurf aus dem Jahr 1940 zurück – eine der letzten Plastiken, die die vor allem mit Tieren arbeitende Bildhauerin entwickeln konnte, bevor sie ihre künstlerische Tätigkeit auf Graphik verlegen musste: Das im Zweiten Weltkrieg verhängte Bronzeguss-Verbot versperrte ihr den Zugang zu ihrem Lieblingsmaterial. Wie bei allen ihren Tierplastiken zeigt Sintenis auch hier ein Pferd in seiner spezifischen Eigenart, ohne ihm eine Deutung oder Bezugnahme auf menschliche Verhaltensweisen einzuschreiben.
Gesucht: Franz Adams Erinnerung an die Schlacht von Solferino
Das fast dokumentarische Gemälde über die Folgen einer militärischen Auseinandersetzung, die als „blutigste Schlacht seit Waterloo“ galt, entwickelte sich zu einer der gesuchtesten Positionen bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts. In dem Bild „Nach der Schlacht von Solferino“ zeigt der eigentlich auf heroische Kampfszenen spezialisierte Maler Franz Adam (1815 – 1886) den erschütternden Tross von Verwundeten, der sich nach dem Ende der Kampfhandlungen im Juni 1859 durch das Hügelland südlich des Gardasees bis zum Horizont zieht. Für 4.500 Euro* ging das Werk in den Kunsthandel.
Nachbericht zur Auktion vom 3. Juli (I): Fürstliches Silber / Bürkel-Gemälde / Rolex-Uhren
Trotz des aufgrund der Hygienerichtlinien stark reduzierten Saalpublikums stieß die Sommer-Auktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen bei fast 500 Bietern auf reges Interesse. Neben den Teilnehmern vor Ort waren 60 Kunstfreunde per Telefon zugeschaltet. 230 Interessenten verfolgten die Auktion im Internet. Das Resultat: Ein zu fast 75 Prozent verkauftes Angebot. Besonders gefragt waren Objekte aus den Kategorien Schmuck, Fayence, Porzellan, Kunsthandwerk, Skulptur und Silber.
Das Toplos: eine prunkvoll verzierte Teegarnitur

Teekanne und Zuckerdose aus dem Teeservice Alberts von Sachsen. An beiden Gefäßen ist die aufwendige Silberarbeit gut zu erkennen.
Letzterem Bereich war auch das Toplos der Auktion zuzuordnen: Eine prunkvoll reliefierte Garnitur zur Teezubereitung, die um 1846 in Wien angefertigt worden war. Das innen vergoldete Ensemble, bestehend aus einem Wasserkessel mit Rechaud, Teekanne, Milchkännchen und Zuckerschale war ein Geschenk des Leipziger Handelsstandes an Prinz Albert von sachsen und Carola von Wasa-Holstein-Gottorp anlässlich deren Hochzeit im Juni 1853.
Glückliche Heirat, Glück für das Land
Zwar wurde diese Vermählung in Sachsen eher kritisch gesehen – die Braut des Thronfolgers war so gut wie mittellos und hatte, weil sich ihre Eltern hatten scheiden lassen, einen denkbar schlechten Ruf. Prinz Albert aber berief sich auf Liebe auf den ersten Blick und hielt unbeirrbar an seiner Wahl fest – zum späten Glück auch seines Volkes: Carola gründete einen karitativen Verein und setzte im Schul- und Pflegebereich unzählige Impulse.
Wie oft sie das zur Hochzeit überreichte silberne Teeservice mit den geschnitzten Elfenbeingriffen tatsächlich benutzte, ist nicht überliefert. Der Bieter bei SCHEUBLEIN Art & Auktionen jedenfalls konnte isch für die kunstvollen Silberarbeiten dermaßen begeistern, dass er das dreifache des Schätzpreises bot. Für 16.400 Euro* wurde die Tee-Garnitur schließlich zugeschlagen.
Zweites Toplos: Bürkels “Wandermenagerie”
Ein weiteres Höchstebot konnte Heinrich Bürkels “Menagerie bei der Wanderung über einen Pass” verzeichnen: Das Gemälde des Münchner Malers (1802 – 1869) kletterte bis auf 16.400 Euro*, bevor der Hammer fiel. Bürkel fertigte es 1862/63 an, auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Der auf Landschaften spezialisierte Künstler hatte in den zurückliegenden dreißg Jahren mehrfach Italien besucht und war auf einer dieser Reisen bei der Überquerung der Alpen vermutlich einer der zu jener Zeit populären Menagerien bei ihrem beschwerlichen Weg über die Berge begegnet.
Äußerst gefragt: Rolex-Uhren für Damen
Im Bereich Schmuck und Uhren richtete sich ein besonderes Interesse der Bieter auf zwei Rolex-Damenuhren des Typs Oyster Perpetual Datejust in 18 K GG. Ein Modell aus dem Jahr 1981 erlöste 4.500 Euro*. Die zweite Uhr, gefertigt im Jahr 1995 mit Indices, die mit Achtkantdiamanten besetzt sind, wurde für 5.000 Euro* zugeschlagen.

Links: Damenarmbanduhr Rolex Oyster Perpetual Dayjust, 1981, 18 K GG. Ergebnis 4.500 Euro*.
Rechts: Das gleiche Modell aus dem Jahr 1995 mit diamant-besetzten Indices. Ergebnis 5.000 Euro.*
Highlights am 3. Juli (III): Der “Ponyhäuptling” von Renée Sintenis
Mit einem Sprung von geschätzt 2.000 Euro bis auf einen Zuschlag bei knapp 9.000 Euro* entwickelte sich die Bronze Mit Stein spielender Hund aus der Hand der Bildhauerin Renée Sintenis (1888 – 1965) zu einem Toplos der Frühjahrsauktion. Umsomehr freut sich SCHEUBLEIN Art & Auktionen, im Sommer erneut eine der berührend lebensnahen Tierplastiken der naturverbundenen Künstlerin anbieten zu können.
Renée Sintenis’ Liebe zu Tieren
Ihr Ponyhäuptling (Bronze, Schätzpreis 5.000 Euro) reiht sich in eine ganze Reihe von Pferdedarstellungen, die Sintenis schuf. „Ich habe mein ganzes Leben mit Tieren verbracht“, sagt die Bildhauerin in einem 1916 erschienen Artikel in der Zeitschrift Deutsche Kunst und Dekoration. „Die Tiere waren mit eine absolute Zuflucht gegenüber all den Anforderungen des Lebens (…). Sie forderten nichts von mir, sie wollten nichts, bei ihnen durfte ich ich selber sein.“
Nicht deuten, sondern beobachten
Umgedreht lag es auch der Künstlerin fern, Tiere und ihr Verhalten zu deuten oder ihnen gar menschliche Emotionen einzuschreiben. „Jedes Tier soll man in der ihm eigenen Schönheit entwickeln“, so Renée Sintenis. “Dann gibt man ihm (…) die Beseeligung, die im Leben selber ruht, und die wir verlernt oder vergessen haben, zu erfühlen.”
Sintenis’ Ponyhäuptling im Kontext ihres Werks
Auch der „Ponyhäuptling“, der sich mit seinen durchgestrecken Vorderbeinen gegen starken Wind zu stemmen scheint, ist ein eindrucksvolles Beispiel für Sintenis‘ völlig wert- und interpretationsfreie Kunst der Tierbeobachtung.
Schwierige Zeiten
Noch ein anderer Fakt allerdings macht die kleine Bronzeskulptur bemerkenswert: Ihr Entwurf geht auf das Jahr 1940 zurück. Da hatte Renée Sintenis, in den 1920er Jahren eine international gefragte Künstlerin, bereits sieben schwierige Jahre hinter sich: Ihr Mann Emil Rudolf Weiß war wegen regimekritischer Äußerungen 1933 aus seinem Hochschulamt entlassen worden, Sintenis selbst wurde zwar, trotz ihrer jüdischen Abstammung, nicht mit Berufsverbot belegt, hatte aber Schwierigkeiten, Käufer für ihre Kunstwerke zu finden.
Das Bronzeguss-Verbot: Eine künstlerische Katastrophe
1940 erfuhr sie einen weiteren Rückschlag: Das im Zuge der Kriegswirtschaft verhängte Bronzegussverbot nahm ihr schlagartig das Hauptmedium ihres künstlerischen Ausdrucks. Bis sie nach Kriegsende wieder zur Bildhauerei zurückkehren konnte, fertigte sie notgedrungen nur noch Radierungen an. Der „Ponyhäuptling“ ist einer der letzten Entwürfe, die vor der Verhängung des Gussverbots noch entstanden sind.
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