Sonderauktion Herzöge in Bayern – Highlights und Berühmtheiten (II): Herzog Max in Bayern

Ein weiteres Mitglied der Herzogsfamilie in Bayern ist in der Auktion am 25. und 26. Juni ebenfalls mit einer ganzen Reihe von Objekten vertreten: der volkstümliche, aber auch überaus weltgewandte Herzog Max in Bayern (1808 – 1888).

Herzog Max in Bayern: ein heimatverbundener, weitgereister und vermögender Mann

Viele haben Herzog Max in Bayern vor allem als Vater von Sisi abgespeichert, der zum Mythos gewordenen Kaiserin von Österreich. Doch dieses Bild greift viel zu kurz: Maximilian Joseph  war vielseitig interessiert, weltgewandt und volkstümlich, weitgereist und seine bayerische Heimat liebend, ein leidenschaftlicher Reiter und ein Freund vor allem der Volksmusik.

Miniatur Herzog Max in Bayern Auktion München Scheublein

Herzog Max in Bayern. Miniatur auf Porzellan (Einlage eines Bierkrugdeckels, sog. Lugblatt), Durchm. 8 cm. Schätzpreis 150 Euro

Und er war wohlhabend genug, um seinen Neigungen nachzugehen. Neben einem umfassenden monetären Vermögen gehörten, teils durch familiäres Erbe, teils durch die Heirat mit Ludovika von Bayern, unter anderem die Schlösser Banz, Tegernsee, Biederstein und Unterwittelsbach, der Herzogpark im Nordosten Münchens sowie die Schlösser Possenhofen und Garatshausen am Starnberger See zu seinem Besitz.

Ménagen Herzog Max in Bayern Auktion München Scheublein

Ein paar Ménagen, Silber, mit Gravurinschrift “M.I.K.V.B” für Herzog Maximilian Joseph in Bayern. Silber, H. 29 cm. Schätzpreis 1.500 Euro

Volksmusikliebhaber und tollkühner Reiter

Am Fuß der Ludwigsstraße ließ er sich von Leo von Klenze zwischen 1828 und 1831 ein prunkvolles Palais bauen. Hier hielt er zahlreiche Festivitäten ab, richtete eine Brettlbühne vor allem für volksmusikalische Veranstaltungen ein und schloss eine Zirkusarena an, in der er auch selbst tollkühne Reiterkunststücke vorführte oder als Clown auftrat.

Reisetoiletteservice Herzog Max in Bayern Auktion München Scheublein

Reisetoilette mit Monogramm “MB”, wohl aus dem Nachlass von Herzog Max in Bayern. Süddeutschland, 19. Jh. Schätzpreis 800 Euro

Warum Herzog Max in Bayern den Beinamen “Zither-Maxl” bekam

Künstlerisch war der Herzog ebenfalls umfassend interessiert: Er schrieb Dramen, historische Abhandlungen, volkstümliche Einakter, Walzer für Klavier und gab Volksliedsammlungen heraus. Seine besondere Leidenschaft galt der Zither, ursprünglich ein Arme-Leute-Instrument, das durch ihn entscheidend aufgewertet wurde, selbst in höfischen Kreisen Einzug fand und ihm den Beinamen „Zither-Maxl“ einbrachte. Tatsächlich ließ sich Herzog Max auch selbst zu einem virtuosen Zitherspieler ausbilden und hinterließ für das Instrument zahlreiche Kompositionen.

Tabatiére Herzog Max in Bayern Auktion München Scheublein

Tabatière, Deutschland, 18. Jh., wohl Werkstatt Fromery. Reliefemail, Silbermontierung, 4 x 8 x 5 cm. Schätzpreis 400 Euro.

Vater von zehn Kindern

Weniger glücklich verlief seine vor allem zur Stärkung des Wittelsbacher Geschlechts ohne Einwilligung der Brautleute anberaumte Ehe mit Ludovika (1808 – 1892), der zweitjüngsten Tochter von König Max I. Joseph. Ludovika hatte sich eigentlich in einen portugiesischen Prinzen verliebt, durfte diesen aber nicht heiraten. Auch die Interessen von Max dürften bei der Eheschließung 1828 in der Stiftskirche von Tegernsee anderweitig gelagert gewesen sein. Doch obwohl das Paar eher nebeneinander her als miteinander lebte, gingen aus der Ehe zehn Kinder hervor, von denen acht das Erwachsenenalter erreichten.

Stobwasser Dose Herzog Max in Bayern Auktion München Scheublein

Tabakdose: Molly. Braunschweig, 1. Viertel 19. Jh., Stobwasser. Pappmaché, Lack, 2 x 9 x 6 cm. Schätzpreis 400 Euro

Von der prunkvollen Ménage bis zur Dosensammlung

Neben zwei silbernen Ménagen, die auf die prunkvollen Tischgewohnheiten schließen lassen und einer Reisetoilette, die von seiner regen Reisetätigkeit zeugt – unter anderem besuchte der Herzog 1838/1839 das Heilige Land – wird in der Sonderauktion auch eine über 400 Objekte umfassende Dosensammlung angeboten, die in großen Teilen auf Max in Bayern zurückgeht

Tabatière Max in Bayern Auktion München Scheublein

Tabatière, Linz vor 1866
Silber, tlw. vergoldet, 2 x 8,3 x 5,3 cm
Auf dem Deckel Reliefbildnis des Generals David Hendrik Chassé. Schätzpreis 200 Euro

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