Nymphenburg Porzellan Teller Auktion Scheublein

Im Blickpunkt am 1. Juli: Eine Sammlung mit seltenem Nymphenburg-Porzellan

Eine erlesene Sammlung aus dem Nachlass eines Münchner Porzellansammlers bildet das in sich geschlossene Highlight der Sommerauktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen. Ihr Schwerpunkt liegt auf Speiseporzellanen und Dekor-Objekten, die die Entwicklung der Porzellanmanufaktur Nymphenburg von den Anfängen bis in die Zeit des Art Déco hinein widerspiegeln.

Von Neudeck nach Nymphenburg

Eine Reihe von Tellern reicht sogar noch in die Zeit zurück, in der die 1747 gegründete, kurfürstlich bayerische Porzellanmanufaktur noch gar nicht im eigens für sie errichteten nördlichen Schlossrondell von Nymphenburg ansässig war, sondern im heute zum Stadtteil Au gehörenden Neudeck direkt am Auer Mühlbach. Das Modell eines Desserttellers mit reliefiertem, grün staffiertem Flechtwerk (Schätzpreis 1.200) beispielsweise gehört zu den ersten Geschirren, die in Neudeck entstanden und wurde zu allen wichtigen Servicen hergestellt sowie passend bemalt.

Teller Nymphenburg 1760 Auktion München Scheublein

Dessertteller mit Korbrelief. Nymphenburg (Neudeck), um 1760 – 65. Schätzpreis 1.200 Euro. 

Bekannt sind bislang allerdings vor allem Teller in flacher und nicht in der vorliegenden tiefen Form. Sie wurde so selten gefertigt, dass anzunehmen ist, dass sich bei dem vorliegenden Teller um das einzig bekannte Exemplar handelt.

Das späte 18. Jahrhundert: Kuriositäten und Chinoiserien

Teller Nymphenburg 1760 Porzellan Auktion München Scheublein

Zwei Dessertteller mit Korbrelief. Nymphenburg, um 1760 – 70. Schätzpreis 700 Euro. 

In die Zeit des Umzugs in die bis heute existierenden Räumlichkeiten am Nymphenburger Schloss fallen zwei weitere Dessertteller mit Korbreliefdrei Teller (ganz oben, Schätzpreis 1.200 Euro) oder auch zwei ovale Schalen mit grünem Landschaftsdekor.

Schalen Nymphenburg 1770 Auktion München Scheublein

Zwei ovale Schalen. Nymphenburg, um 1770. Form „Rokoko“ mit buntem Dekor und „Grüner Landschaft“. Schätzpreis 1.200 Euro.

Bei einem Teekännchen mit Tasse und Untertasse imitiert ein Trompe-l’oeil-Dekor eine Holzoberfläche, auf die in Rosé-Tönen gehaltene Ansichten geheftet wurden.

Teeservice Trompe l'oeil Dekor Nymphenburg Auktion München Scheublein

Teekännchen, Tasse und Untertasse mit Trompe-l’oeil-Dekor. Nymphenburg, Ende 18. Jh. Schätzpreis 800 Euro. 

Dieses wie auch ein Weißporzellan-Rechaud  reflektieren die Lust des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts an Kuriositäten und von Chinoiserien inspirierten Formen. 

Rechaud Porzellan Nymphenburg Auktion München Scheublein

Rechaud, Nymphenburg, 1. Viertel 19. Jh. Weißporzellan. Schätzpreis 600 Euro. 

Die Porzellanmanufaktur Nymphenburg im 19. Jahrhundert

Kratervasen Porzellan Nymphenburg Auktion Scheublein

Ein Paar Kratervasen. Nymphenburg, 1. Hälfte 19. Jh. :Vase Nr. 20 mit Frauenkopfhenkeln. Schätzpreis 1000 Euro.

Kratervasen mit königsblauem Fond und Golddekorationen oder ein Kühlgefäß sind dem Formen- und Ornamentschatz des Empire bzw. des Klassizismus verpflichtet.

 

Kratervasen Nymphenburg Porzellan Auktion München Scheublein

Ein Paar Kratervasen. Nymphenburg, um 1830/40. „Vase No. 21“ mit Frauenkopfhenkeln. Schätzpreis: 900 Euro. 

Nymphenburg Porzellan Auktion München Scheublein

Kühlgefäß, Nymphenburg. „Eistopfgestell No 2“ mit Einsatzschüssel und Aufsatz. Schätzpreis 600 Euro.

Der Bogen spannt sich weiter über Ansichten- und Dekortassen aus diversen Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts – besonders hervorzuheben ist eine um 1810 gefertigte Tasse mit dem in Biskuitporzellan geformten Porträt der Königin Caroline von Bayern – bis hin zur Jugendstilzeit.

Medaillontasse Nymphenburg Auktion München Scheublein

Tasse mit Biskuitporträt-Medaillon und Untertasse. Nymphenburg, um 1810. Medaillon mit Brustbild der Königin Caroline von Bayern. Schätzpreis 450 Euro. 

Jugendstil und Art Déco am Schlossrondell

Jugendstil Porzellan Nymphenburg Auktion München Scheublein

Sechs Jugendstil-Serviceteile. Nymphenburg, Entwurf Max Rossbach, um 1900. Form „Kugel“, Dekor 646. Schätzpreis 300 Euro.

Designer und Künstler wie Max Rossbach, der nur vier Jahre für Nymphenburg tätig war, in dieser Zeit aber bis heute ikonische Service und Dekore schuf – von ihm sind sechs Serviceteile mit violettem Blütendekor in der vorliegenden Sammlung enthalten – oder François Levallois stehen für einen neuen Gestaltungswillen und ein nie gekanntes, fließendes Ineinandergreifen von Form und Dekor.

Terrine Nymphenburg Porzellan Auktion München Scheublein

Terrine mit Unterplatte. Nymphenburg, 1903. Entwurf und Ausführung: Francois Levallois. Schätzpreis 500 Euro. 

Das bis heute ikonische „Adonis“-Service von Wolfgang von Wersin (1882 – 1976)– hier mit seltenem rotem Bambusdekor  oder eine mit einem Dekorentwurf von Paul Ludwig Troost (1878 – 1934) gestaltete Deckelvase zeigen beispielhaft die Rückkehr zu ruhigeren, klassischeren Formen in der Zeit des Art Déco .

Teeservice Wersin Nymphenburg Auktion München Scheublein

Teeservice, 21tlg., Nymphenburg, Formentwurf: Wolfgang von Wersin (1932). Form „Adonis“, roter Bambusdekor. Schätzpreis 450 Euro.

Deckelvase Troost Nymphenburg Auktion München Scheublein

Deckelvase. Nymphenburg, ab 1919. Dekorentwurf: Paul Ludwig Troost. Schätzpreis 1.800 Euro. 

Nymphenburgs Weg in die Gegenwart

Kaffeeservice Wersin Nymphenburg Auktion München Scheublein

Kaffeeservice „Juno“, 11tlg. Nymphenburg, Entwurf Wolfgang von Wersin (Form: 1955/56) und Paul mariel (Dekor: 1963). Schätzpreis 300 Euro.

Ein weiteres Service von Wolfgang von Wersin und eine Bildplatte mit Harlekonmotiv schließlich geben einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Manufaktur in den 1950er Jahren.

Bildplatte Nymphenburg Porzellan Auktion München Scheublein

Bildplatte „Arlequin“, Nymphenburg, Dekor: V. S. Algora, 1959. Schätzpreis: 400 Euro. 

Abgerundet wird die Sammlung an Speiseporzellanen von einigen seltenen Porzellanfiguren, handverlesenen Bestecken, weiteren Silberobjekten sowie Möbeln, Teppichen und einigen Gemälden.

Frühe Porzellanfigur Nymphenburg Auktion München Scheublein

Die Zeit entführt die Schönheit. Nymphenburg, um 1755 – 1780. In der Auktion angeboten werden zwei Varianten dieser Figurengruppe; der Putto zu Füßen der „Zeit“ trägt einmal einen Spiegel, einmal einen Hammer. Schätzpreis jeweils 400 Euro. 

Art Deco Besteck Auktion München Scheublein

35 Teile Art-Déco-Besteck, Kopenhagen, um 1935, Evald Nielsen. Silber. Schätzpreis 550 Euro.

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