Francesco Guardi Auktion München Scheublein

Top-Ergebnisse der Sommerauktion (I): Altmeister, Gemälde, Möbel

Silber, Möbel, Teppiche und Alte Meister gehörten zu den gesuchtesten Objekten der Sommerauktion von SCHEUBLEIN Art & Auktionen am 1. Juli. Knapp 700 Bieter beteiligten sich im Saal, am Telefon, mit schriftlichen Geboten oder waren live im Internet zugeschaltet. Die Spitzenlose der Auktion waren bei den Gemälden und den Alten Meistern zu finden.

Altmeister: Zwei Gemälde aus der Nachfolge Guardis

Bei letzteren waren es zwei Venedig-Ansichten aus der Nachfolge von Francesco Guardi (1712 – 1793), um die besonders intensive Bietergefechte entbrannten. Beide repräsentieren eindrücklich die Bildauffassung des letzten großen Meisters der venezianischen Vedutenmalerei, die sich trotz ähnlicher Sujets von der seines Lehrmeisters und Vorgängers Canaletto (1697 – 1768) maßgeblich unterscheidet. Zum einen belebte Guardi Fassaden und Wasserflächen mit sorgfältig studierten Licht- und Schatteneffekten. Zum anderen veränderte er zu Gunsten einer gesteigerten Bildwirkung bisweilen die topographischen Gegebenheiten seiner Motive. Ein solcher Effekt ist bei der vermutlich San Giorgio dei Greci zeigenden Ansicht gut zu beobachten (oben): Zwischen Kirche und Campanile, die in Wirklichkeit nah beisammen stehen, wurde noch ein Häuserblock eingeschoben. Dieses Gemälde erzielte 16.500 Euro*.

Francesco Guardi Auktion München Scheublein

Francesco Guardi (Nachfolge), Venedigansicht. Öl auf Lwd., Ergebnis 12.700 Euro*. 

Eine weitere Ansicht der Lagunenstadt kletterte bis auf 12.700 Euro*. Beide Bilder gingen in den europäischen Kunsthandel. Auch eine Elemente eines Jüngsten Gerichts aufgreifende Sterbeszene aus dem Jahr 1638, die wohl im süddeutschen Raum entstanden war, gehörte zu den Spitzenlosen im Altmeister-Bereich. Sie erzielte 5.700 Euro*.

Jüngstes Gericht Altmeister Auktion München Scheublein

Sterbebett mit heiligen Fürbittern. 1638, wohl süddeutsch. Öl auf Lwd. auf Holz. Ergebnis 5.700 Euro*. 

Möbel: Objekte im Stil von Spätbarock und Louis XV

Eine überaus aufwändig furnierte und mit zahlreichen, minutiös gearbeiteten Messingbeschlägen und -verzierungen gearbeitete Nussholz-Kommode aus dem 18. Jahrhundert war das gefragteste Stück des Angebots im Bereich Möbel und Einrichtung. Das auf 1.600 Euro geschätzte Objekt kletterte bis auf 13.300 Euro* und ging ebenfalls in den Kunsthandel.

Kommode Barock Auktion München Scheublein

Kommode, 18. Jh., Nussholz furniert, Messingbeschläge. Ergebnis 13.300 Euro*. 

Auch ein ovales Salontischchen im Louis-XV-Stil gehörte zu den Überraschungslosen der Auktion. Es entwickelte sich von einem Schätzpreis von 350 Euro bis zu einer Zuschlagssumme von über 4.000 Euro*.

Salontischchen, Louis-XV-Stil Auktion München Scheublein

Ovales Salontischchen. Louis-XV-Stil. Nussholz, Messingapplikationen, Marmor. Ergebnis 4.070 Euro*.

Gemälde: Der Bruder des Porträtisten

Bei den Gemälden stand das allerletzte Los der Auktion besonders im Blickpunkt des Bieterinteresses: das Bildnis einer unbekannten Dame aus der Hand von Hermann Winterhalter (1808 – 1891), des jüngeren Bruders des zur Zeit des Zweiten Kaiserreichs europaweit gefragten Porträtmalers Franz Xaver Winterhalter.

Winterhalter Auktion München Scheublein

Hermann Winterhalter: Damenporträt. Öl auf Lwd. Ergebnis 16.500 Euro*. 

Hermann war nach seiner eigenen künstlerischen Ausbildung 1840 zu seinem Bruder nach Paris gezogen und mit in dessen florierendes Atelier eingestiegen. Auch das vorliegende Bild dürfte dort entstanden sein, es entspricht laut Winterhalter-Spezialist Eugene Barilo dem typischen Stil von Hermann Winterhalters Arbeiten in den 1850er Jahren. In der Auktion kletterte das Bild bis auf 16.500 Euro* und wurde von einem Museum angekauft.

Ebenfalls beachtlich entwickelte sich ein „Weihnachtsmarkt“ des Malers Detlev Nitschke (*1935). Er wurde für 10.400 Euro* zugeschlagen und ging an eine private Liebhaberin.

 

Detlev Nitschke Auktion München Scheublein

Detlev Nitschke (*1935): Weihnachtsmarkt. Öl auf Lwd. auf Holz. Ergebnis 10.400 Euro*.

* Alle Angaben der Zuschlagspreise inkl. Aufgeld (27%) und ohne Gewähr. Irrtum vorbehalten.

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