Sisi Locke Auktion München Scheublein

Sonderauktion Herzöge in Bayern: Highlights und Berühmtheiten (I) – Sisi

Viele Objekte aus der Sonderauktion aus dem Nachlass der Herzöge in Bayern am 25. und 26. Juni haben einen unmittelbaren Bezug zu den berühmtesten Abkömmlingen der Wittelsbacher. In ihnen fließen Persönliches und Historisches ineinander,  sie spiegeln Interessen und Vorlieben ihrer Besitzer und bieten die Möglichkeit, nicht nur kunsthistorisch Hochkarätiges, sondern zugleich auch ein höchst individuelles Stück bayerischer Geschichte zu ersteigern. Gleich eine ganze Reihe von Objekten dreht sich um die wohl berühmteste Wittelsbacherin: Kaiserin Sisi.

Sisi / Sissi: Naturkind und Romantik-Queen

Im deutschsprachigen Raum wurde sie zur Kultfigur, lange bevor die Öffentlichkeit begann, sich mit ihrer eigentlichen Persönlichkeit zu beschäftigten: Das unverstellte Naturkind, das sich in den Ernst Marischka-Filmen der 1950er in den österreichischen Kaiser Franz Joseph I. verliebt, sich vom strengen Hofzeremoniell nicht verbiegen lässt, in Liebe zu ihrem Franzl steht und landauf, landab die Herzen gewinnt, entsprach genau dem Stoff, den sich die Menschen 1955 – zehn Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs – zum Träumen ersehnten. Mit der realen Kaiserin hat die Filmromanze ungefähr soviel zu tun wie deren Schreibweise „Sissy“ mit dem historisch überlieferten Sisi (1837 – 1898).

Sisi als Verlobte Porzellan Auktion München Scheublein

Kaiser Franz Joseph und Prinzessin Elisabeth als Verlobte. Wien, um 1854 | Biskuitporzellan, Golststaffage Schätzpreis 300 Euro.

Die echte Sisi: Sportlichkeit vom Vater

Die reale Elisabeth wuchs vor allem im Schloss Possenhofen auf, wo sich, unterstützt von Gouvernanten, vor allem die Mutter Ludovika um die wachsende Kinderschar kümmerte, während Herzog Max eher in München blieb oder auf Reisen war. Dennoch hatte Elisabeht von ihrem Vater die Leidenschaft für körperliche Betätigung und für das Reiten geerbt: Sie war eine ausgezeichnete Reiterin, ein Sport, den sie auch als Kaiserin von Österreich ausübte; außerdem unternahm sie ausgedehnte Wanderungen und ließ sich in jedem der Schlösser, in dem sie lebte, ein Zimmer mit Turngeräten einrichten. Lange galt sie als schönste Frau der Welt, ein Ruf, den sie mit strenger Diät, Leibesübungen und zahlreichen Schönheitsritualen zu erhalten suchte.

Sisi Tabatière Auktion München Scheublein

Zwei Tabatièren mit dem Porträt Sisis und mit Sonnendekor. Deutschland, 19. Jh., wohl Pappmaché, Lack. Schätzpreis 120 Euro.

Schönheitsikone und Rebellin

Bis zu ihrem durch ein Attentat verursachten Tod mit 60 Jahren bewahrte sie ihre überaus schlanke Figur und reiste viel – auch dies ein Erbe ihres Vaters. Weil sie mit vielen Verhaltensweisen und Gewohnheiten aus dem ihr zugewiesenen Rollenbild ausbrach, stößt auch die historische Elisabeth längst auf mindestens ebenso viel Interesse und Verehrung wie die Filmfigur von einst.

Sisi Franz Joseph Auktion München Scheublein

Johann Halbig: Porträtbüste des jungen Kaisers Franz Joseph. Gips. Schätzpreis 600 Euro.

Erinnerungsstücke für Geschichts- und Romantikfans

Bei den ihr und ihrem Umfeld zuzuordnenden Objekten aus dem Angebot der Sonderauktion kommen sowohl geschichtlich Interessierte wie auch Romantikfans auf ihre Kosten. Ein Messingrahmen (Kat-Nr. 754) enthält als liebevolles Andenken Kinderlocken von Sisi und ihren Geschwistern. Eine Porzellanfigur zeigt die erst 17-jährige mit ihrem Verlobten Franz Joseph (Kat-Nr. 332).

Sisis Schwester Nene Auktion München Scheublein

Herzogin Helene in Bayern. 1. Hälfte 19. Jh. | Miniatur in Aquarell und Deckfarben auf Elfenbein. Schätzpreis 300 Euro. 

Eine Miniaturstellt ihre ältere Schwester Helene („Néné“) dar, die mit Sisi und der Mutter Ludovika zu jenem schicksalhaften Geburtstagsfest Franz Josephs nach Ischl reiste, bei dem sich der Kaiser in Sisi verliebte. Ein Profilporträt (Kat-Nr. 739) und eine Büste (Nr. 963) zeigen Franz Joseph als jungen Mann, eine weitere, in Marmor gearbeitete Büste (Nr. 962) stellt Herzogin Ludovika dar. Eine Tabatière mit einem Sisi-Medaillon (Teil von Kat-Nr. 751) rundet die Auswahl ab.

Sisis Mutter Ludovika Auktion München Scheublein

Herzogin Ludovika in Bayern. Deutschland, 19. Jh. Marmor. Schätzpreis 1.200 Euro. 

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