Fundgrube-Auktion am 29. Januar: Von Tabakskunst bis Jugendstil
Mit der beim Publikum überaus beliebten „Januar-Fundgrube“ startet SCHEUBLEIN Art & Auktionen auch 2026 ins neue Auktionsjahr. Die Versteigerung am Donnerstag, 29. Januar bietet wie gewohnt viele Trouvaillen auch für den kleinen Geldbeutel und erstreckt sich, wie immer, über sämtliche gängige Kategorien. Besonders stark vertreten sind diesesmal Silber und Porzellan mit jeweils weit über 100 angebotenen Objekten, außerdem Möbel, Graphik und Gemälde nach 1800.
Asiatika: die Vielfalt der Snuff-Bottles

Acht Snuff Bottles in Form von Kindern, Männern, einem Elefanten und zwei Fo-Hunden. Schätzpreis 200 Euro
Bei den Asiatika springen vor allem 21 Positionen mit Snuff Bottles aus dem 19. und 20. Jahrhundert ins Auge. Tabak war, von Amerika aus, über europäische Kaufleute im Lauf des 16. Jahrhunderts auch nach Südostasien und von dort aus nach China verbreitet worden. Der Brauch, die nikotinhaltigen Blätter nicht nur in Tonpfeifen zu rauchen oder zu kauen, sondern zu Pulver zermahlen auch zu schnupfen, wurde im Reich der Mitte im mittleren bis späten 17. Jahrhundert vor allem von der vermögenden Oberschicht aufgegriffen. Statt der in Europa gebräuchlichen Döschen wurden für den Transport und die Aufbewahrung des Schnupftabaks schon bald kleine verschließbare Fläschchen verwendet.
Große Bandbreite an Materialien
Die Fläschchen hatten grundsätzlich eine Größe, die sich noch gut in der Hand halten ließ und verfügten über einen Stöpsel und ein kleines Löffelchen zur Entnahme des Pulvers. Gefertigt wurden die Snuff Bottles in einer immensen Bandbreite von Materialien: Glas, Porzellan, diverse Mineralien, Lack, Koralle, aber auch Horn und weitere tierische Substanzen, wie etwa aus den Panzern von Krabben oder Schildkröten.
Viele Dekortechniken

Sieben Snuff Bottles, China, 19./20. Jh., schwarzes, violettes bzw. olivgrünes Überfangglas. Schätzpreis 180 Euro
Zudem wurden die Gefäße reich dekoriert: Bei Snuff Bottles aus Glas, Porzellan und Emaille kamen alle Dekortechniken zum Einsatz, die zur jeweiligen Zeit verfügbar waren. Tabakfläschchen aus natürlichen Materialen wurden beschnitzt oder mit eingeritzten Verzierungen versehen.
Ab dem späten 18. Jahrhundert wurden die Dekore zum Teil so komplex, dass Snuff Bottles verschiedentlich gar nicht mehr für den tatsächlichen Gebrauch, sondern allein für Dekorationszwecke angefertigt wurden. Ab etwa 1900 wurde das Tabakschnupfen auch in China – wie etwa ein halbes Jahrhundert zuvor in Europa – allmählich von der Zigarette verdrängt. Damit, und mit den kulturellen Umwälzungen in China im frühen 20. Jahrhundert, verschwand auch die Kunst der Tabakflaschen-Anfertigung.

Acht Snuff Bottles, China, 19./20. Jh., Porzellan, polychrome Überglasurmalerei. Schätzpreis 150 Euro
Die Passage bei SCHEUBLEIN vermittelt einen im wahrsten Sinn des Wortes plastischen Eindruck von der immensen Vielfalt, mit der Snuff Bottles gestaltet wurden. Neben klassischen Porzellan-, Glas- und Steinfläschchen gibt es welche aus kunstvoll beschnitztem Holz und Horn, wie Scherenschnitte ausgeführte Dekore in Überfangglas, Keramikfläschchen in Gestalt von Gemüse oder Porzellan-Bottles in Form von Kindern, Männern oder Fo-Hunden. Die Positionen mit mehreren Objekten werden zu Schätzpreisen zwischen 80 und 240 Euro aufgerufen. Eine besonders bemerkenswerte, in Cloisonné-Technik gearbeitete Snuff Bottle wird auf 80 Euro taxiert.
Varia: Ein Album mit Cartes de Visite

Album mit 130 Fotografien. Deutschland, 19./20. Jh. Einband mit Leder, Messing und Malachit. Schätzpreis 60 Euro
Aus einer Verlegenheitslösung wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Massenphänomen: Weil die ersten Fotoateliers, die um 1850 in Paris eröffneten, alles andere als florierten, kamen der Fotograf André Adolphe-Eugène Disderi (1819 – 1889) und ein bis zwei Kollegen auf eine Idee, um ihr Geschäft anzukurbeln: Sie boten Porträtfotografien nicht nur im großen Format an, sondern auch in der größe, wie sie damals für Visitenkarten üblich war. Stattete nun jemand einen Höflichkeitsbesuch ab (bei dem der Besuchte nicht zwingend zu Hause sein musste), so konnte er statt eines schlichten Kärtchens mit seinem Namen mit unterschiedlichen Porträts von sich auch verschiedene Botschaften hinterlassen, beispielsweise dass er auf Reisen ging.
Von der Höflichkeitsgeste zum Sammlerobjekt
Eine Herausforderung war, dass hierzu das technische Verfahren so weiterentwickelt werden musste, dass sich Bilder in größeren Mengen und mit geringerem Kostenaufwand abziehen ließen. Dies gelang im Lauf der 1850er Jahre. Ab etwa 1860 wurden die Cartes de Visites nicht nur zu ihrem ursprünglich gedachten Zweck eingesetzt. Sie wurden auch überaus beliebte Sammlerobjekte, die die obersten gesellschaftlichen Schichten ebenso begeisterten wie bürgerliche Familien.
Die phantasievolle Erweiterung des Stammbaums
Cartes de Visite ließ man nicht nur von sich selbst und seinen Angehörigen anfertigen. Man kaufte auch von Herrschern und Opernstars Bilder in diesem Format, quasi um den eigenen Stammbaum etwas aufzuhübschen.
Rasch kamen für die Cartes de Visite auch spezielle Fotoalben auf den Markt, in die die Bilder eingesteckt werden konnten. Das 1866 eingeführte, größere „Kabinettformat“ bot zudem etwas Abwechslung bei der Gestaltung der Alben. SCHEUBLEIN Art & Auktionen freut sich, ein mit Metallbeschlägen und Malachit recht aufwendig gestaltetes solches Album anbieten zu können.
Es enthält etwa 130 Fotografien, die unter anderem auf Albumin- oder Kollodiumpapier abgezogen wurden oder als Silbergelatineabzüge vorliegen. Neben klassischen Cartes de Visite-Porträts umfassen sie auch Familienbilder und Freizeitmotive aus einem Zeitraum von rund 100 Jahren. Aufgerufen wird das Album mit einem Startpreis von 60 Euro.
Porzellan: Der Geist des Jugendstil

„Reife Früchte“, Porzellan, Schwarzburger Werkstätten, nach Entwurf von E. Wagner, Schätzpreis 100 Euro
Fünf Objekte aus der Offerte in der Kategorie Porzellan stammen aus einer bis heute bestehenden, aber vor allem Sammlern und Insidern bestehenden Manufaktur im thüringischen Rudolstadt: den Schwarzburger Werkstätten. Gegründet wurden sie 1909 durch den Maschinenbau-Ingenieur Max Adolf Pfeiffer (1875 – 1957). Während seiner Tätigkeit für eine Meißener Spezialfirma für keramische Maschinen und Schlämmerei-Anlagen hatte er seine Leidenschaft für Porzellan entdeckt. Pfeiffer gelang es, Bildhauer und Kleinplastiker wie Ernst Barlach, Paul Scheurich und Arthur Storch für die Zusammenarbeit mit seiner Werkstätten zu gewinnen, bevor er 1913 als Direktor an die Porzellanmanufaktur Meissen wechselte.
Kunstvolles aus den Schwarzburger Werkstätten
Der Geist, den er in die Schwarzburger Werkstätten gebracht hatte, blieb erhalten: Sie gingen zwar in der Weltwirtschaftskrise um 1930 in Konkurs, wurden danach aber kurz mit der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur verbunden. So konnten sie bis heute als Manufaktur bestehen bleiben. Unter den bei SCHEUBLEIN angebotenen Figuren befindet sich die im Geist des Jugendstil gestaltete Statuette „Reife Früchte“ (Schätzpreis 100 Euro), eine Ährenleserin nach Entwurf von Arthur Storch (Schätzpreis 100 Euro) sowie eine „Burgunderin“ mit Farb- und Goldstaffage (Schätzpreis 300 Euro).
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